20 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer
Frank und Ernst Wohl aus Berlin wurden mit der Reichsbahn nach Auschwitz de-
portiert. Foto: Zug der Erinnerung
möglich von den Deportierten selbst. Mehrere Millionen Reichsmark hat die Bahn so an dem Võlkermord verdient. Und heute: Irot? vieler õffentlicher Appelle- auch von Bundestagsabge- ordneten quer durch alle Fraktionen so- wie dem für die Bahn zuständigen Bun- desminister Wolfgang Tiefensee- be- harrt der Bahnvorstand darauf, den „Tug der Frinnerung“ wie jedes andere Schienenfahrzeug zu behandeln. Dem Trägerverein werden Gebühren für Trassen- und Bahnhofsnutzung in Rechnung gestellt. Pro Kilometer muss- ten 3,50 Euro bezahlt werden, zudem pro Stunde Aufenthalt auf den Bahn- höfen 5 Euro, des Weiteren werden als Ausstellungsgebühr für den Zugang der Besucher am Bahnsteig pro Stunde Zwi- Schen 22,50 Buro und 45 Buro verlangt und auch„fir die Beleuchtung der Hotos ind der lelziten auf Papier geschriehenen ind aus den Waggons geworfenen Hilſe-
nife der in den 7od geschickten Kinder erebt der Konzern Strom- und An- Schlussgebhiihren“.(Glienke)
Auf etwas mehr als 100.000 Furo beziffert Hans-Rüdiger Minow, Spre-— cher des Vereins„Zug der Brinne- rung“, die Summe der inzwischen be- zahlten Aufwendungen für die Schie- nen- und Bahnsteignutzung(Neben- kosten inklusive). Dass der„Zug der Prinnerung“ überhaupt fahren konnte und nun sogar weitergehende Pläne gemacht werden können, ist privaten Spendern zu verdanken sowie„dem enormen Zusprich vieler tausend Menschen, die Gedenken und Han- deln, Vergangenheit und Gegenwurt, als eine Finheit hegreifen ind dabei auch malerielle Hilfe leisten. Ohne die liher- ragende Spendenhereitschaft wäre das Projekt nach Kurzer Zeit zum Erliegen gekommen“, so der Trägerverein in Seiner jüngsten Mitteilung auf der Ho— mepage(vww.zug-der-erinnerung. de).
Bahnchef Mehdorns Eklat mit den Jüdischen Gemeinden
Finen Höhepunkt der Eskalation erreichte der Streit um die Gebühren- forderungen des Bahnvorstands, als der Zug in Düsseldorf Station machte(O. März 2008). Michael S7entai-Heise, Verwaltungsdirektor der Jüdischen Ge- meinde der Stadt, ging Bahnchef Meh- dorn hart an. Er sagte:„Die Oſentlich- Keil vieht Ihre Peron ind IMhre politische StrliMtir S0, dauss Sie- wren Sie im Prrit- ten Reich in demelben Position gewesen wie helte,- möglicherweise Ssogar mit großer Uherzeugung- genau dasselbe angeordnet hätten, wie ihre dumaligen Vorgänger“. Und mit Bezug darauf, dass für Kleinkinder(unter vier Jahren) da- mals keine„Deportationsgebühr“ ver-


