10 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer
Uberlebenden des Sonderkommandos vor einer sowſetischen Untersu— chungskommission zur Aufklärung der nationalsozialistischen Verbrechen in Auschwit? bei. Seine Aussage aus dem Jahre 1945 gilt heute als verschollen. Der erste dokumentierte Erinnerungs- bericht für die Sammlung des Staat- lichen Auschwit?-Museums wurde erst im Jahre 1971 aufgenommen. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde Mandelbaum von den Historikern des Auschwit?- Museums ignoriert, obwohl er regel- mäßig die Gedenkstätte aufsuchte und Kontakt aufnehmen wollte. Erst der polnische Journalist Jan Poludniak ver- arbeitete Mandelbaums Prinnerungen auch filmisch mit den beiden Kurz-Do- kumentationen„Kadencja“ und„Zag- lada“. Diese beiden Zeugnisse aus dem Jahre 1988 sind in der Sonderkomman- do-Filmgeschichte zwei der frühesten
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Bild- und Ton-Parstellungen von Zeit- zeugen überhaupt. Sie sind von ver- gleichbarer Bedeutung wie die Inter- views mit Dov Paisikovic in dem Do— kumentarfilm der BBC„the world at war“(GB 1975) und mit Hilip Müller in Claude Lanzmanns„Shoah“(F 1985), oder auch dem Porträt von Jacob Zylberberg in Karl Fruchtmanns Hilm „Fin einfacher Mensch“(BRD 19860) Sowie der Filmreportage„pamiec...“ (PI 1986) mit Alter Fainzylberg. Nur wenige Sonderkommando-Uberle- bende schafften es, an den Ort des grauenhaften Verbrechens zurückzu— kehren. Henryk war regelmäßig dort, Auschwitz Zzog ihn geradewegs an, wie er Zu sagen pflegte.
Prst als die prominenten polni- schen nichtjüdischen Auschwitz-Uber- lebenden, die sich als„Zeit?eugen“ zur Verfügung stellten immer weniger
Henryk Mandelbaum(rechts) bei einem Ortstermin am Vergasungsbunker V in Bir- kenau. Kriystztof Antonczyk interviewt ihn und eine ehemalige Bewohnerin des 1942 in eine Vernichtungsanlage umgebauten Bauernhauses.(Foto: Kilianò 1997)


