Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 21
Er nahm den Namen Ken Ward an und kam 1945 als englischer Soldat Zurück. Seine Eltern und sein Bruder Hans wa- ren deportiert und im Vernichtungsla- ger Chelmno ermordet worden.
Die Farce um den Gedenkgarten der Wöhlerschule
Bevor Würzburger 1938 ans Phi— lanthropin wechselte, hatte er die Wöhlerschule besucht, die dann auch wie gewünscht„judenrein“ wurde. Rund 50 Jahre später forschte eine Ar- beitsgruppe an der Wöhlerschule nach chemaligen jüdischen Mitschülern und richtete nach sechs Jahren For- Schung in Archiven einen Gedenkgar- ten auf dem Schulgelände ein, in dem mit 27. Granittafeln an die ermordeten jüdischen Schüler erinnert wurde. Schon in der Nacht vor seiner Fröff- nung, bei der auch der heute in Lon- don lebende Ken Ward anwesend war, wurde er teilweise von Unbekannten zerstört und mit Hakenkreuzen be- Schmiert. Von den Schülern wieder aufgebaut, war er fünf Jahre ein Ort des Gedenkens, bis er trotz Interventi- on von Lehrern und Schülern bei der Stadt und einer Zusage der Schonung durch die grüne Schulrätin Jutta Ebeling im Frühjahr 2006 endgültig zerstört wurde, um dem Bau einer Mensa zZu weichen.
In der Vorhölle des„Zigeunerlagers“ Dieselstraße
Roma- und Sintikinder fallen unter die Achtung und Diskriminierung durch die rassistische Geset?gebung. Sie müssen mit ihren Familien ihre Woh-
nungen verlassen und in Lager ziehen. In Frankfurt waren die Lager in der Diesel- und in der Kruppstraße. Port le- ben sie unter unglaublich beengten Ver- hältnissen und sind ihrer Freizügigkeit beraubt. Herbert Ricky Adler erinnert Sich später:„Das Leben im Lager war die Vorhölle. Statt in einer großen Woh- nung hausten wir nun in einem kleinen alten Bauwagen, sechs Meter lang, Zwei Meter breit, mit Zwei schmalen Fenster- luken.(..) Dieselstraße, das hieß, Ab- schied nehmen von den Schulkamera- den, von den Nachbarkindern und in einem Bauwagen wohnen statt in einer Wohnung. Es waren Abtritte vorhan- den, die schlimmsten hygienischen Ver- hältnisse. Appelle, Befehle, Ausgehver- bot, Zwangsarbeit und diese Kälte. Dieselstraße- das bedeutete Zum ersten Mal: Angst!“
Auch der damals Zzwölf Jahre alte Sinto Jakob Müller wurde im Septem- ber 1940 mit seiner ganzen Familie in das„Zigeunerlager“ in der Diesel- Straße gesperrt:„Wir durften ein Jahr lang in die Schule gehen, und Zwar in die Riederwaldschule, dann hat sich die Bevölkerung darüber mokiert; Zuletzt mussten wir alle ganz hinten in einem Block sit?en. Dann kam der Frankfur- ter Erlass, und da durften wir Kinder nicht mehr die Schule besuchen.“
„Verhängnisvolle Zerstõrung von Rassestolz“
Die Initiative, die zum Schulverbot für Sinti-Kinder führte, ging auf Dr. Körten zurück, damals Ratsherr und Referent des Rassenpolitischen Am- tes der NSDAP-Gauleitung Hessen- Nassau. Körten hielt es in einem


