20 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer
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Ken Ward bei einem Besuch in Frankfurt als im Januar 2007 in der Bockenheimer Land- Straße 9 vor dem früheren Haus seiner Familie„Stolpersteine“ für seine Fltern Siegfried und Gertrude Würzburger sowie seinen Bruder Hans, die in Chelmno ermordet wurden.
zen hinaus bekannte jüdische Bildungs- einrichtung. Beim Novemberpogrom 1938 wurden viele Lehrer und auch Schüler in die Konzentrationslager Bu- chenwald und Dachau verschleppt. Nach einiger Zeit wurden die meisten wieder freigelassen und nahmen den Unterricht wieder auf. Der damals 18— jährige Abiturient Robert Goldmann erinnert sich:„Es wur alles dußerst Shnwierig.(..) Man vuh, wie vie hehandelt woyden wuren, außrecht Konnte Kulum ei- ner noch stehen.“ Robert Goldmann konnte im März 1938 am Philanthropin noch sein Abitur ablegen- allerdings nicht in Deutsch und Geschichte, denn diese Fächer zu begreifen seien- s0 das Schulamt-„jüdische Schüler per Defi- nition“ nicht in der Lage.
Im Sommer 1938 wechselte auch Karl Robert Würzburger ans Philan- thropin. Vom Direktor wurde er mit den Worten„Hier kommt der letzte
der Mohikaner“ begrüßt, denn er war der letzte jüdische Schüler, der noch eine nichtjüdische öffentliche Schule besuchte. 1934 hatte der 1922 gebore- ne Karl Robert, Sohn des erblindeten Organisten der Westendsynagoge, mit einer zionistischen Gruppe noch einen Ausflug in die Schweiz machen kön- nen, in ein Land, in dem man frei reden konnte. Nach dieser Erfahrung emp- fand er nach der Rückkehr die Atmos- phäre der Angst und Repression in Frankfurt bedrückender als je zuvor. Bei einem Besuch im Brentano-Bad 1935 notierte er ein stilles Gebet:„Bil- 1e Golt, mache, dass Hiller sieht, dass er ſalsch von den Vuden denkt und wenn er Papa nd Mama und linsere Fumilie ind Freunde Kennen würde, wisste ey dass wir Delsche nicht ausbeuten wol- len und Keine habsüchtigen Juden Sind.“ Im August 1939 erreichte er mit dem letꝰten Kindertransport England.


