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(2007) 2/2007. Dezember 2007
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14 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer

Henryk Pierzchala bei seinem Vortrag vor der LGA-Gruppe

Henryk Pierzchala. In Anwesenheit rangho- her Vertreter der Berg- und Hüttenakademie COH sOwie auch von Krystyna Qleksy vom Staatlichen Museum Auschwitz referierte er darũber, wie der Leipzi- ger Mathematikwissen- Schaftler Dr. Hasso Härlen dem polnischen Mathematiker Stanis law Golab das Leben rettete. Besonders ein- dringlich war dies we gen der Anwesenheit der Tochter des Geret- teten, die Sich ausdrũck- lich den Schlussfolge- rungen von Henryk Pierzchala anschloss. Anmedore Smich

Aus dem Bericht zu Prof. Pierzchalas Projekt

In dieser perfiden und bestens do- kumentierten Vernichtungsaktion hat SS Sturmbannführer Bruno Müller, Befehlshaber des Finsat?kommandos der Sicherheitspolizei und des Sicher- heitsdienstes der SS, am 6. November 1939 insgesamt 184 Professoren, Do- zenten und akademische Assistenten der Krakauer Hochschulen sowie zu- fällige Begleiter verhaften lassen, nachdem diese, seiner heimtückischen Pinladung zu einemPseudovortrag folgend, sich im Collegium Novum der Jagiellonen Universität Krakau ver- sammelt hatten.

Sie wurden in verschiedene Kon- zentrationslager deportiert, wo 15 zu

Tode gequält und umgebracht wurden.

Infolge zahlreicher internationaler Solidaritäts- und Protestinterventio- nen erfolgte am 8, Februar 1940 die Freilassung von 102 älteren Krakauer Wissenschaftlern aus dem KL Sach- senhausen-Oranienburg, dann folgten weitere Freilassungen der restlichen Professoren. 15 Personen sind auf grund der Erschöpfung von den bar- barischen Bedingungen in den Kon- zentrationslagern und wegen des KZSyndroms in Krakau verstorben, S0 dass insgesamt 30 unschuldige Ver- treter der polnischen und internatio- nalen Wissenschaft dieser barbari- schen Aktion zum Opfer gefallen sind.