Heft 
(2007) 2/2007. Dezember 2007
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Lagergemeinschaft Auschwitz- Freundeskreis der Auschwitzer 5

Ich lebe durch Zufall

Felix Kolmer gelang viermal die Flucht aus einem Konzentrationslager

JCP Iehe durch Zufal, sagt Folix KolmernMass ich ihereht Hahe Iiegt daran, dass ich erstens GMick hatte und zwoitens GMick und.. auch zoehntens GMick. Als elMes war viooicht, dass ich den festen WMen hatte zu herlohen. Ich dachte im- moer als Pfadhnder musst Uu strker sein.

Auf Einladung der LPagergemein- Schaft Aluschwitæ ProlundesKeises der Auuschwitzer( GA) war der heute 85 jährige Tscheche mit seiner Ehe- frau für einige Tage nach Hessen ge- kKommen. Er hatte an mehreren Schu- len Jugendlichen von seinem Schick Sal als ehemaliger Häftling in den Konzentrationslagern Theresienstadt, Auschwit? und Friedland, einem schlesischen Nebenlager von Groß- Rosen, berichtet. Am 9. November, dem Jahrestag der Pogrome von 1938, war er im Museum der Stadt But? bach Gastredner bei einer von der LGOA und dem Magistrat organisier- ten Gedenkfeier.

Nach dem Krieg studierte Felix Kolmer in Prag Physik und wurde Pro- fessor für Kinematographie, Fernse- hen und Rundfunk. Er ist Mitglied in verschiedenen internationalen Wis- Senschaftsorganisationen. Er gehörte der tschechischen Regierungsdelega- tion bei den Verhandlungen über die Entschädigung von Sklaven- und Zwangsarbeitern an, ist Vizepräsident des Internationalen Auschwit?-Komi- tees und Mitglied des tschechisch deutschen Rates für Zusammenarbeit. Die Beziehlungen der Tchechen umd Moutschen im Zweiten WelMrieg lau- tete das Thema von Felix Kolmer im Butzbacher Stadtmuseum. Hierbei nahm seine persönliche Verfolgung

und Inhaftierung einen großen Raum ein.

Vomguten Zusammenleben bis Zur Okkupation

Felix Kolmer wurde 1922 in Prag als Sohn einer tschechischjüdischen Familie geboren. Tschechische, jüdi- sche und deutsche Kultur existierten zunãchst in einem, guten Zusammen- leben. Vor allem in Böhmen und Mähren war die deutsche Minderheit mit 25 Prozent besonders groß. Sie lebte in einer weitgehenden politi- schen Autonomie, es gab deutsche Schulen, deutsche Bürgermeister und deutsche Offiziere in der Armee. Jedoch begrüßten 80 Prozent von ihnen denAnschluss dieser Gebiete ans Deutsche Reich, und 90 Prozent hatten bei den letzten freien Wahlen den tschechischen Ableger der deut- Schen Nazi-Partei gewähit.

1939 besetzte die Wehrmacht die gan?ze tschechoslowakische Republik. Umsiedlungen wurden erzwungen, und Zwangsarbeiter nach Deutsch- land deportiert. 450.000 Tschechen wurden verhaftet, davon kamen 395.000 ums Leben. Die Lebensmittel wurden rationiert: Während den Deutschen 4.000 Kalorien zugeteilt wurden, erhielten die Tschechen nur 2.600,Häftlinge in Theresienstadt