32 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer
zur Zeit Moses. In der Pogromnacht von 1938 brechen Licher Bürger ein und zerstören die Inneneinrichtung. Die Nazi-Partei okkupiert die Räume. 1940 übernimmt die Stadt Lich das Ge- bãude. Im Krieg ist eine Flak-Finheit untergebracht und spãter wurde es als Gefangenenlager genutzt. Nach dem Krieg ist es bis 1955 Sitz von Teilen der Stadtverwaltung. Ab 1967 dienen leer stehende Räume als Altentagesstätte, wãhrend bis 1983 der Schützenverein in den Räumlichkeiten zum Hof hin Ge- wehrschießen trainiert-„auch nicht unbedingt ein Symbol gesteigerter Sen- Sibiltät“, wie Morit?z Neumann sarka- stisch kommentierte. Seit 1984 ist in dem Gebäude die Musikschule unter- gebracht.
1987 beginnen Schülerinnen und Schüler der Dietrich-Bonhoeffer-Schu- le damit, die Nazi-Zeit in ihrer Heimat- Stadt Zu recherchieren. Ein ehemaliges Dienstmädchen der Familie Chambré vermittelt die Adresse des in den USA lebenden Ernst Ludwig Chambré. Brie- fe werden gewechselt und der Holo- caust- Uberlebende berichtet ausführ- lich über die Geschichte seiner Familie. Mit großem Interesse verfolgt er die Versuche, neue Wege bei der Auseinan- derset?ung mit der nationalsozialisti- schen Vergangenheit zu gehen: lokal- und regionalgeschichtliche Zugänge, Seminare in den Gedenkstätten Ausch- wit?ꝰ und Buchenwald finden das Inter- esse der Jugendlichen. Chambré ent- Schließt sich, eine nach ihm benannte Stiftung ins Leben zu rufen, die diese Lernwege dauerhaft unterstüt?en soll. 1997 wird sie gegründet.
Nachdem Ende der 80er Jahre ein Ver- such geschei- tert war, die chemalige Sy- nagoge zu ei- f nem Begeg- ſ nungszentrum E umzugestal- ten, Startet die Stiftung einen
neuen Ver Blick in den Saal der
uch. Es wird Bezalel-Synagoge. ein Konzept
erarbeitet und mit der Stadt verhandelt. Es werden Spenden gesammelt und Sponsoren gesucht. Nach jahrelangen politischen Auseinanderset?ungen wird 2003 mit dem Umbau begonnen. Die Stadt beteiligt sich an den 635.000 Furo Gesamtkosten mit rund 200.000 Furo. Der Deutsche Bundestag hatte 153.000 Furo beigesteuert, die aus den Strafgel- dern stammen, die die hessische CDU wegen ihrer Parteispendenaffäre be- zahlen musste.
Im Kulturzentrum Bezalel-Synago- ge sind die Musikschule sowie die Ernst-Ludwig-Chambré-Stiftung un— tergebracht. Das Netzwerk„Kultur— werkstatt Lich“ organisiert Veranstal- tungen. Das Begegnungszentrum kann für Symposien, Tagungen, Workshops und Ausstellungen genutzt werden. In dem Saal unter dem erhalten gebliebe- nen„Himmel“ der einstigen Synagoge finden rund 130 Besucher Platz.
Zlur Stiftung siehe im Internet unter mhrestiftung. de


