Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 33
Ehrung-Gratulation-Nachruf
Noach Flug, Seit 2002 Präsident— des Internationa- len Auschwit?-Ko- mittees, bekam am 15. Juni 2006 das Große Bundesver- dienstkreu? ver- liehen. Flug wurde 19235 in Lodz gebo- ren, kam 19309 ins Ghetto und im Au- gust 1944 nach Auschwitz. Fast alle Verwandete wurden im Holocaust er- mordet. Nach der Befreiung und dem Kriegsende studierte er Okonomie. Mit seiner Familie wanderte er nach Is- rael aus. In den 80er Jahren arbeitete er als Diplomat an der israelischen Bot- schaft in Bonn. Noach Flug war unter anderem an den Verhandlungen über die Entschädigungszahlungen an NS- Zwangsarbeiter beteiligt.
Am 8. März B feierte unser— Freund Peter †
Gingold in Frankfurt sei- nen 90. Ge- burtstag. An- fang der 80er* Jahre war er in der Gründungsphase der Lagergemeinschaft Auschwitz Mitglied im ersten Vorstand. Für Nazi- Deutschland war Peter wegen seiner jüdischen Herkunft sowie seiner kom- munistischen Weltanschauung gleich in doppelter Hinsicht ein Feind. 1933 wurde er erstmals verhaftet. Nach der Freilassung ging er mit Eltern und Ge-
Schwistern ins Fxil nach Frankreich. Später schloss er sich der Resistance an. Zwei Geschwister wurden in Auschwit? ermordet. 1943 wurde Peter verhaftet, ihm gelang die Flucht. Be- reits 1945 kehrte er nach Frankfurt zurück. Seit Jahrzehnten ist er Spre- cher der VVN(Vereingung der Ver- folgten des Nazi-Regimes). Peter ist u. a. Träger der Johanna-Kirchner-Me- daille und der franzõsischen Medaille de la Liberation. Auch heute noch ist Peter Gingold oft bei Kundgebungen als Sprecher zu erleben sowie als Ge- Sprächspartner von Jugendlichen.
Rudolf Vrba, Auschwit?-Hãäftling Nr. 44070, ist am 27. März 2006 in Ka- nada 82 jährig gestorben. Zusammen mit Mfred Wetzler gelang ihm am 7. April 1944 die Flucht aus Birkenau. Sein„Auschwitz-Protokoll“ gilt als er- stes authentisches Zeugnis über die Vernichtungsmachinerie im KZ. Es wurde in der Schweiz publiziert. Auf- grund dessen wurde von allierter und neutraler Seite der ungarische Reichs- verweser, Admiral Horthy durch Apel- le unter Druck gesetzt, die Deportation der ungarischen Juden zu stoppen. Er befahl dies am 7. Juli 1944. Da waren be- reits 300.000 ermordet worden. Vrbas Bericht rettete vermutlich weiteren 100.000 das Leben. Laut einem Nachruf in Shoa. de war Vrba, der auch Zeuge im großen Frankfurter Auschwitz-Prozess war,„der vermutlich erste Anklãger des Schlimmsten Vernichtungslagers und seiner deutschen Betreiber“.


