30 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer
Dem Gedenken und Frinnem an den Holocaust und den Nationalozialismus dem Schwerpunktthema dieses Mitteilungsblattes- ist auch das im JManuar 2006 erõjfnete„Kulurzentrium Bezalel Snagoge“ in dem hessischen Städtchen Lich (Landkreis Gießen) gewidmet. Die Beschäftigung mit der Vergangenheit wird mit Bezlig zlr Gegen wurt ind Zulcunft gesehen. So voll in dem Begegenungszentrium vOy allem für junge Menschen-„historisches Wissen und emotionale Betroft fenheit“ s0 zur PisMussion gestellt werden,„dass sie eine Beziehung zur Gegen- wart, also gegen wärtige moralische Sensibiltät und politische Verantwortling er- mõglichen“, zitierte Kristine Jromsdorf von der Ermnst-Lhudwig-Chambré-Stifung hei der Ein weihng als der Rede des ehemaligen Bundestagspräsidenten Wolf- gang Thierse zum 27. Januar 19099.
Nur die zweitbeste Lösung
Von Hans Hirschmann
Golden funkeln wieder die Sterne vom hellblauen Deckenhimmel der ehemaligen Synagoge in Lich. S0 wie Schon vor mehr als 80 Jahren, als dort von 1921 bis 1 933 und eingeschränkt bis 1938 die jüdische Gemeinde betete und religiõse Feste feierte. Am 29. Januar dieses Jahres ist das Gebäude nach ei- ner aufwändigen Sanierung als„Kul- turzentrum Bezalel Synagoge“ einge- weiht worden. Der Bröffnungstermin wurde ganz bewusst in Anbindung an den 27. Januar gewählt, den Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwit? und heutigen Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus, erlãuterte Kristine TFromsdorf vom Vorstand der Cham- bréStiftung. Die Stiftung war die trei- bende Kraft bei der Sanierung und Um- widmung zum Begegnungszentrum.
Fine solche Nut?ung sei die zweit- beste Lᷓsung, sagte in seiner Festrede Morit? Neumann, Vorsitzender des Landesverbandes der Jüdischen Ge- meinden in Hessen. Die beste aller Lõ sungen wãre es gewesen, wenn das Ge-
bãude wieder in den Besit? einer jüdi- schen Gemeinde zu Lich hätte überge- ben werden kõnnen. Die war jedoch im Holocaust vertrieben und ausgemerzt
KULTFURZENTRUNM BEZAMEL-SVNACOGE
worden. Schülerinnen der örtlichen Dietrich-Bonhoeffer-Schule verlasen bei der Frõffnung die Namen der Fami- lien, die ab 1933 aus Lich vertrie ben wurden. Dauerhaft erinnert an sie eine Gedenktafel im Foyer. Damit sind die- 8se Namen, wie Moritz Neumann aus- führte, einer„gewollten Vergesslich- keit“ entrissen worden, die in Deutschland„vor 50 und 40 Jahren na- hezu epidemisch“ aufgetreten ist und als sehr willkommen angesehen wurde. Als„ultimatives und finales Heilmittel“ ist die„Schlussstrich- Wunderpille“ ent- deckt worden, Sso der Festredner.
Dem gegenüber stellte Neumann die„zZwanghafte“ Brinnerung der


