Lagergemeinschaft Auschwitz- Freundeskreis der Auschwitzer 5
Gedenkfeier am Jahrestag der ersten polnischen Peportation
Auschwitz widerlegen
Der 14. Juni gilt in Polen als der Tag, an dem das Konzentrationslager Auschwit? seinen Betrieb aufnahm. Vor 66 Jahren, am 14. Juni 1940, traf der erste Deportationszug mit polnit schen Häftlingen ein. Es waren 728 politische Gefangene. Auch im Jahr 2006 fand am Jahrestag auf dem ehe- maligen Lagergelände im Beisein von Uberlebenden dieses Transportes und anderer Deportations?zũge eine Ge- denk-Zeremonie statt. Der 14. Juni war Zuvor vom polnischen Parlament zum nationalen Gedenktag für die Opfer der deutschen Konzentrations- lager erklärt worden.
Wie die Polnische Nachrichten- agentur PAP berichtete, war der Höhepunkt der Zeremonie ein öku— menischer Gottesdienst in Block Nr. 11 des Stammlagers. Bischof Tadeus? Rakoczy von Bielsko-Zywiec erklärte, dass„der Boden von Auschwitz mit dem Blut der Opfer getränkt ist: den Juden- die als ganzes Volk zur Ver- nichtung bestimmt waren-Polen, Ro- ma, Russen und so vielen anderen Na- tionalitãten?.
Der ehemalige Gefangene Jòzef Hordynski(Lagernummer 347), der mit dem ersten Transport in Auschwitz ankam, sagte an der Todesmauer:„Wir pilgern jedes Jahr hierher, nicht nur, um das Andenken an die ersten Hãäft- linge wachzuhalten, sondern auch, um an alle Menschen guten Willens auf dieser Erde zu appellieren, Auschwitz
zu widerlegen. Die einzig mögliche Al- ternative ist der Frieden-?wischen den Nationen und Individuen. Viel- leicht gibt es keine größere Lektion als die, die wir von Auschwitz lernen kön- nen.“
In der Stadt Oswiecim legten ehe- malige Auschwitzgefangene Blumen an der Gedenktafel des so genannten „Tabakmonopol-Gebäudes“ nieder. Hier hielten die deutschen Besatzer die Häftlinge des ersten polnischen Transportes im Keller fest, denn die Unterkünfte im spãteren Stammlager Auschwitz I waren noch nicht fertig. Fine Ausstellung über den ersten Transport soll laut PAP bald im„Ta- bakmonopol-Gebäude“ eröffnet wer- den.
Die Uberlebenden haben sich jah- relang um eine solche Ausstellung bemũht, betonte Kazimierz Zajac(a- gernummer 261) bei der Zeremonie an der Gedenktafel.„Heute sind wir davon überzeugt, dass das Andenken an die Anfänge des Lagers nicht ver- loren ist und dass unser Schicksal nicht vergessen werden wird. Ich weiß, dass einige meiner Mitgefangenen bereits versprochen haben, dem zukünftigen Museum ihre Lager- Memorabilia zu ũberlassen“, wird Zajac von PAP zi- tiert.
Von den 728 Gefangenen des ers- ten Transportes haben 239 den Krieg überlebt: heute sind nur noch wenige am Leben.


