4 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer
abtransportiert. Nach drei Ta- gen wurden die Verhafteten aus dem Arrest entlassen. Sie berichteten von dem Verhör bei der Gestapo und rieten uns dringend, uns zu verstecken. So flohen wir, ohne unsere HI- tern Zu verstãndigen, von Po- sen ins Generalgouverne- ment. Port sorgten wir dafür, dass wir polnische Ausweise bekamen. Mein Name wurde geändert, und ich hieß nun Janusz Mlynarski. Und in die-
sem Moment, als ich den Mus-
Unser Vereinsmitglied Janusz Mlynarksi war fast fünf
weis bekam, war ich Pole. Die jahre lang der Auschwitz-Häftling Nr 335.
gefälschten Papiere waren fantastisch gut nachgemacht. Ich konmn- te nun nur noch im Verborgenen Kon- takt mit meiner Familie haben und ließ über Dritte Nachrichten an meine An- gehörigen übermitteln. Ich handelte da- mals impulsiv- leider zu impulsiv! Es gab kein Zurück mehr.
Im Generalgouvernement mach- ten die Peutschen immer õfters auf der Straße Jagd auf Menschen- unverhofft und zu unerwarteten Tageszeiten. Ich wohnte in Krakau bei einer polnischen Familie. Am 9. Mai 1940 war ich im Zentrum von Krakau, als plõtzlich ei⸗ nige Straßen abgesperrt wurden. Die jungen Leute wurden von den deut- schen Soldaten verhaftet und mussten auf bereitstehende Lastwagen steigen, die uns ins Gefängnis brachten. Da ich mit dem gefälschten Ausweis nun Ja- nus? Mlynarski war, wurde ich mit al- len Konsequenzen als Pole behandelt und damit als Feind des Dritten Reit ches betrachtet. Nach einigen Tagen
wurden wir, ohne jemals verhört zu werden und zu wissen, warum wir ver- haftet wurden, nach Tarnow ins dorti- ge Gefängnis verlegt. Am 14. Juni 1940 wurde ein Transport von 728 Gefange- nen zusammengestellt und mit dem Zug nach OQswiecim geschickt. Von die- sem Zeitpunkt an wurden wir„Schut?- häftlinge“ genannt. In QOswiecim, die Deutschen sagten Auschwitz, waren wir der erste Transport, und somit nahm mit unserer Ankunft das K? Auschwitz seinen Betrieb auf. An die- Sem Tag wurde ich der Hãftling Nr. 355. Das Lager existierte bis zum 27. Rnu- ar 1945, und ich war vom ersten Tag bis fast Zum letzten Tag dort inhaftiert.
Am vo. Rnuar 19045 wde nus? MMmarsM von Aluschwitz aus auf den Todesmarsch in Richtung Gterreich ge Schickt. Er gehörte zu den wenigen, die auch diese Vortur üherehten. Am 6. Mai 7945 wre er von der UoArmy heffoit.


