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(2005) 2/2005. Dezember 2005
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32 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer

bums fehlt indessen, was das Auffinden von Personen er- heblich erschwert und den Nutzen der Namensnennun- gen stark einschränkt. Ne- ben der Hãufigkeit von Feh- lern fällt zudem eine Lückenhaftigkeit auf. Wich- tige Ergebnisse der Ausch- wit?-Forschung gehen da- durch verloren. So auch die Identifizierung des SSCOber- Sturmfũhrers Dr. med. Heinz Thilo als selektierender SS-

MArzt auf den Fotos, die auf Aus: Das Auschwitz-Album: Ausschnitt von Foto auf Sei-

den Seiten 145 und 195 zu se

te 136. Die Brüder Sril und Selig Jacob wurden kurz nach

hen sind. Obwohl schon in ihrer Ankunft in Auschwitz vergast.

den sechziger ahren sieben SS-Täter auf den Fotos erkannt wurden, werden in dem Buch nur zwei namentlich erwãhnt. SS-Angehörige, die im Pffektenlager eingeset?t waren und leicht zu identifi- zieren wären, werden bis auf eine Aus- nahme nicht genamt.

Die Versäummisse lassen darauf Schließen, dass das Projektteam keine sy- stematischen Untersuchungen und Be- fragungen vorgenommen hat. Unwer- ständlich bleibt auch, warum identifizier- bare Personen auf einigen Fotos be- nannt werden und auf anderen nicht, ob- wohl die Betroffenen in mindestens eff Fãllen ganz deutlich zu erkennen sind.

Es ist erstaunlich, dass die Fotos 60 Jahre nach ihrer Erstellung noch nicht mit den umfangreichen SSFoto-Kartei- en im Auschwitz- Museum oder in Vad Vashem abgeglichen wurden. Mit der Unterstützung von Sachverständigen der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main, der Zentralstelle Ludwigsburg und des ehemaligen Berlin Pocument Centers, die auch über umfangreiche Fo- to-Archive von SSAngehörigen verfü- gen, sollte dies realisierbar sein.

Ein großer Vorzug des Bandes ist dagegen die vollständige Reprodukti- on der kompletten Albumseiten, die den Originalzustand und die authenti- sche Anordnung der Bilder zeigt. Dies war in den bisherigen Veröffentlichun- gen nicht der Fall, was die Auswertung des Originals als historische Quelle er- schwerte. Die Herausgeber wären je- doch besser beraten gewesen, die Fotos einer eingehenden Bildanalyse durch Experten zu unterziehen.

Anhang

Bei den Abbildungen im Anhang soll es sich um Fotos von Auschwitz und sei- nen Nebenlagern sowie von Himmlers Besuch in Auschwitz-Birkenau handeln. Moch schon bei den ersten beiden Auf- nahmen trifft diese Aussage überhaupt nicht zu. Auf Seite 264 handelt es sich zweifelsfrei um ein nach der Befreiung aufgenommenes Foto des Krematori- ums im KZ Mittelbau-Pora. Das Zweite Foto auf Seite 264 es zeigt zwei Ofen- muffeln mit den darin enthaltenen Uberresten verbranntèr Kõrper wurde nachweisbar am 16. April 1945, ebenfalls kurz nach der Befreiung, im Krematori-