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(2005) 2/2005. Dezember 2005
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30 Lagergemeinschaft Auschwitz- Freundeskreis der Auschwitzer

es strengstens von der SSLagerführung verboten war, einen Fotoapparat im La- ger mit sich zu führen und private Aufnah- men anzufertigen, gab es immer wieder Angehörige der SS- Besat?ung, die sich nicht an die Vor- Schriften hielten. Die Erinnerung an ihre Zeit in Auschwitz wollten sie sich of fenbar nicht nehmen lassen.

Die historischen Beiträge der Edition sind für das Verständnis der Fotos als Hintergrundwissen ebenso hilfreich wie zum Teil problematisch. Zahlreiche Be- hauptungen der Autoren widersprechen den Erkenntnissen ihrer Kollegen, wo- bei Springer-Aharonis Beitrag die mei- sten Fehler aufweist. Israel Gutmans Beitrag erõffnet dem Leser keine neuen Aspekte der Thematik, auch verzichtet er darauf, neue Forschungsergebnisse in seinen Aufsat? zu integrieren. Obwohl etwa ein Prittel seines Textes aus Zitaten besteht, verzichtet er unverständlicher- weise völlig auf Quellenangaben, zum Teil werden die zitierten Zeugen nicht einmal namentlich genannt. Dieses Ver- säummis betrifft auch alle anderen Beiträge in dem Bildband, der auf einen Ammerkungsapparat grundsätzlich ver- zichtet.

Bildlegenden und Bildinhalte Im vorliegenden Werk schleichen sich bei nãherer Betrachtung bereits im Untertitel, im Text des Buchrückens und im Vorwort erste grobe Fehler ein. Der Untertitel Die Geschichte eines Trans-

Aus: Das Auschwitz-Album: Ausschnitt von Foto auf Seite 127. Drei der hier abgebildeten Juden kKonnten identifiziert werden: Herr Smilazick(rechts), sein Sohn und Sigmund Bruck(mit Brille und Hut. Alle drei wurden in Auschwitz ermordert.

ports' suggeriert ein Einzelereignis. Die Anzahl der erwähnten Güterwaggons ũbersteigt die eines 45 Wagen zählenden Transports jedoch deutlich, s0 dass es sich hier um zwei Transporte handelt. Vermutlich ebenso spekulativ ist die Be⸗ hauptung, dass die Aufnahmen an einem einzigen Tag oder von einem einzigen Fotografen gemacht wurden. Die Feh- lerliste zicht sich schließlich durch alle Beitrãge und viele der spãrlichen Bildle- genden. Die Fehlerquote unter den Bild- kommentaren(ohne reine Namenszu- ordnung) auf den Seiten 101 bis 263 liegt bei erschreckenden 30 Prozent.

Pinige Bildlegenden zeugen zudem offensichtlich von einer Unkenntnis der Autoren. Auf Seite 153 soll ein SSArzt wãlmend einer Selektion zu sehen sein. Tatsächlich sicht man einen niedrigen SSDienstgrad, wahrscheinlich einen Sa- nitãtsdienstgrad. Wie auch auf anderen Fotos der beeindruckenden Sammlung zu erkennen ist, hielten sich während der Selektion nur verhältnismäßig wenige SSOffiziere auf der Rampe auf, schät-