28 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer
zum Töten“(Welzer, Seite 98132) ge- lesen würden oder„Die Spur des Gol- des“ und„Verbrechen zum Wohle des Volkes“(Aly, Seite 274 362), schon dann wäre der Erkenntnisgewinn un- vergleichlich. Hätten wir doch nur in der Schule solche Bücher gehabt!
Historisches Material/ Quellen
Die„Quellen“ und„Das Histori- sche Material“ bilden in beiden Bü— chern verstãndlicherweise die Grundla- ge der wissenschaftlichen Deutungen: sie machen die Glaubwürdigkeit der Argumentation aus. Hlierzu zwei Bei- Spiele, die Aly anführt: So lehnte es die „FOrschlngsgrpPpe die im MMitarge- Schichtichen Fomchungsamt der Blmn- deswehr mittlerweile seit. Mhrzehnmten an dem viehndigen mit vielen MMionen geförerten und immer sterergeworde- nen Wrk Mas PMosche Reich m der weite WtMrieg arheitet, rundweg ah. die Pimanzierung des Krieges zum The- ma eines grõßeren Ahschnitts zu ma⸗ chen. Als Precher dor ArheitsgrpPpe gah mir RoIf Mioter MiMer im Horhst ↄ00o die AusKlmft Noin, diese Finanz- dinge Simnd für un Normalhistoricer zu Kompliziert(.) das Konnen wir nicht unechen. Daz sind wir nicht in der Lage(Ay 640.
„rich BorMert der als Reichshaneah- wicMer jahrzomntelang in Hankfurta. M residiorte, SChrieh 1976. Jch hahe im LAfe Uer ahre einige Jausend Qrdner durch die(Bundes)Bank vernichten Jassen, Ohnne jemals Rechenschaft üher den Inhalt zu geben.(.) Er fat das vom Bmdesfinanzministerium ausdriicich ermutigt æur Zoit des BundesMarzers NHolmut Schmidt und Finanzministers Hans Apel“(Aly 8.45/46)
Dass und wie es Gõtz Aly trotz der Quellenlage- objektiver und subjekti ver Art- gelingt, Spuren zu verfolgen, Dokumente zu rekonstruieren, Unge- nutztes zu nutzen und Aufgaben für weitere Forschungen zum Thema zu formulieren, zeigt kriminalistischen Spürsinn und hohes handwerkliches Können.
Welzers Arbeitsweise wiederum ist, bedingt durch seinen täterzentrierten Blick, ein anderer. Neue, vergessene oder verschollene oder bewusst ver- nichtete Quellen sind schwerlich zu er— warten. Aber ein Wechsel der Blick— richtung auf Zeugenaussagen, Ver- nelunungsprotokolle, Briefe, Kußerun- gen von Zeitzeugen und anderes gibt verborgene Schichten frei.
Das lette Wort bleibt den Autoren: „or von den Vorielen für die MMMionen einfacher Potscher nicht roden wi der SOUMt vom Nationalsozialismus m vom Holocaustschweigen“(Aly 8S. 362).
Und als ob er die Leser, die dem Grauen auch haben standhalten mũs- sen, nicht ohne Hoffnung lassen will, Schreibt Harald Welzer den anrũhrend schönen Satz: Autonomie(.) Scheint in der Tat als einæiges er Vrockung ent- geoenzstehen, verantwortungs0s Tei eines mrdorischen PrOzbsses Z wWr den. Aufonomie jst Eelich Kein HrodMt von PorMen, die Pehigeit zur Autono- mie Sfæt die Erfahrung von Bindung und Gck voraus Leider verfiigen wir hisſang liher Kein geselchaffliches KOn- zopPt MWenschen jenes JohensPraktische GMick erfahren zu Jassen, das se davor Schitæt zu VoMtreckern des Engicks der andoren zu werden.“
Albrecht Werner Cordt


