Heft 
(2005) 2/2005. Dezember 2005
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Lagergemeinschaft Auschwitz- Freundeskreis der Auschwitzer 27

Wie werden Alltag und Morden gelebt? Was geschieht danach? Für Welzer, den SoZialpsychologen und Historiker, han- delt es sich dabeium Fagen, die alus- drickich nicht anthropologischer Art Sn umd etwa auf die Suche nach art chaischen EThschaften füihren md man- geinde Tötungshemmmisse damit era ren, dass vie in der Watur des Monschen! ſigen. Menschen giht es nur im PMural. und vie existieren in s0zialen Rumen, die v SEhst gesHaften Hahen.

So erweisen sich die Frage nach den Taten von Menschen in selbst geschaf- fenen sozialen Räumen und die Frage nach dem Spannungsverhältnis zwi- Schen Volk und Führung, aus dem her- aus eben jene Morde geschehen, als Kehrseiten einer Medaille. Mit der Schaffung der jeweils zu den Taten pas⸗ senden Strukturen ist ebenso derRe- ferenzrahmen für die Täter(Welzer Seite 14) wie für die Opfer und Zu Schauer errichtet.

Dem entspricht die jeweilige Per- Spektive. Aly betrachtetdie NWoHerr- Schaft alus einem Bick winMel der Sie als GofeiioMeitsdiktatlu zeigt. Die insOweit wichtigen Fragen lassen Sich am hesten fiir die Zoit des Krieges heantworten, in dor auch die anderen Charakteristika dos Nationalsoæialismus hesOners doutich Perwortreten. Ffler die Galu- eiter der WLAE ein Guttei der MM nister aatssEMrofẽire m Berater agier- fen als Kassische SimmungsPolitiler e fragten sich fãst stlinlich, Wie s6 ie algemeine Zufriedenheit Sicherstellen und verhessErmn Knnten. S6 erMauften Ch den Gffontlichen ZlusPrluch oder we- niostens die GeichgtiltioKeit joden Jag nel. Af der Basis von Gehen und Noh- men errichteten se eine jodoreit mehr-

heitsfehige Zlustimmungsdiktatum

Welzer sieht die Zeit nach Januar 1933 alssich Selhst dymnamisierende S0 ziale VoranderungsPrOzesse die in Uun- glauhich Kurzem Zoitraum die doutsche GesEchafi nationalsOæialisiert Pahen Man beginne zum einen zu ahnen, wie Schwach es um die vahilität und Ngheit moderner GesMschaften in ihrem Ps⸗ chosOæialen Binnengefiige hesfeIMt ist.. Zum anderen wird verständlich, dass(. die KonkKreten Monschen, die diese Ge Schaften hiden umd ihre Horschafts- formen realisioren, Sich in ihrem norma- fivem Orientierungen, in ihren Wort- herzelgungen in Mren IdentifMatio- nen mauch in ihrem zwischermensch- ichen Handeln schnel verndermn Kön- nen. Entscheidungen zur Benachteii- gung anderer Geselschaftsmitolicder dann æu mhrer Entrechtung, zu hrer Be- rauhung schießlich zu ihrer Peportati- on und Tötung iegen ja 1955 Keines weg in ihrem vollen Ausmaß vor vOnderm worden slMessiwe Uurch aktiwe IMeranz und Fartiæipation der VMsge nosinnen md PoMgenossen forma- fiert. ¶Wlæen 6 15)

Minuziõs deuten beide Autoren die Konstellationen, die sie im Blick haben. Jeden einzelnen Aspekt dekli- niert Welzer akribisch durch die tõdli- chen Situationen, wie sie Vor der Tat- Während der Tat- Nach der Tat ge- staltet und immer weiter perfektio- niert werden. Ebenso analysiert Aly dashöchst Jahil gefügte HeorscHafts- gehaude FNMers und die jeweiligen Formen seiner Stabilisierung durch Raub, Rassenkrieg und Beteiligung der Volksgenossen an der Beute.

Und wenn auch nur die Abschnitte Vor dem Morden undInitiationen