Heft 
(2005) 2/2005. Dezember 2005
Einzelbild herunterladen

4 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer

band hatte zu Gesprächen und einem Imbiss ins jüdi- sche Kulturzentrum einge- laden. Präsident Josef Pac?zynski begrüßte die Gruppe und bedankte sich für die seit vielen Jahren ant dauernde Unterstũtzung der Lagergemeinschaft Auschwitz- Freundeskreis der Auschwit?er. Auch in diesem Jahr wird der Ver- band wieder eine Spende in Höhe von 2.500 Euro erhal-

ten. Paczynski berichtete,

Sobolewicz, welcher die Ubersetzung ins Deutsche übernahm, von seiner Zeit im Lager als Friseur des Komman- danten HIõss sowie von seinen Vortrã- gen vor Jugendlichen in Polen und Deutschland. Im Anschluss bestand die Gelegenheit, sich in individuellen Gesprächen mit den ehemaligen Hãäft- lingen aus?zutauschen. Tenor bei allen war die Betonung der Wichtigkeit von Versõhnung und Freundschaft. Die Gruppe war sehr dankbar und gerührt ũber den herzichen Empfang.

Die Ausbeutung der Häftlinge durch das Nazi-Regime und die Wirt- schaft wurde auch deutlich beim Rundgang durch das Dorf Monowitz, welches sich heute wieder auf der Fläche des ehemaligen Außenlagers (Auschwitz III) befindet. Die IG Far- ben hatte sich im danuar 1941 dafür entschieden, ihr viertes Bunawerk (Buna ist ein synthetischer Kautschuk, der für die Kriegsproduktion benötigt wurde) in Monowitz zu errichten. Grund für die Standortwahl war zunächst die durch die Nähe der Flũs-

Fin Denkmal erinnert an das KZ Auschwitz- Monowitz unterstũtzt durch Tadeus? und die Opfer der Zwangsarbeiter.(LGAArchiv)

se Sola und Weichsel günstige topo- graphische Lage. Zentraler Knoten- punkt war Monowitz auch durch die günstige Verkehrsverbindung, ein na- he gelegenes Elektrizitätswerk sowie Salzgruben und Kohlebergwerke. Für den Aufbau des Werks wurden zunächst Zivil- und Zwangsarbeiter, Spãter auch Hãftlinge des Konzentrati- onslagers Auschwitz, welche für vier bis sechs Reichsmark von der SS an die I6 Farben vermietet wurden, ein- gesetzt. Um die langen Fußwege zu vermeiden und die Arbeit effizienter zu gestalten, wurden im Frühjahr 1941 die Einwohner von Monowitz ausge- siedelt, und an Stelle des Porfes wurde ein Lager errichtet, welches insgesamt rund 35.000 Häftlinge durchliefen. Die Industrieanlagen sind heute unzugänglich, sie werden zum Teil von anderen Firmen weiterhin genutzt. Vom ehemaligen Lager Monowitz ist kaum noch eine Spur zu sehen. Die Finwohner rissen nach dem Krieg die Baracken ab und erbauten auf ihren Grundstücken neue Wohnhäuser.