Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 15
Schmerz, Leid und Tränen. Spãter kommt dann die Frage: „Wie war das möglich? War- um ist das geschehen?“ Hier versuche ich dann, im Dialog die wahnsinnige Ideologie der Nationalsozialisten und deren grauenhaften Ergebnisse et- was klarer zu vermitteln.
Oft höre ich auch die Fra- ge:„Waren alle Deutschen in SS-Uniform so grausam und unmenschlich?“ Darauf kann ich nur antworten:„Leider war die Mehrheit der Nazis in
der Tat brutal, rücksichtslos Tadeus? Sobolewiez mit Diethardt Stamm Mitte) und
und sadistisch. Nur wenige Deutsche hatten den Mut, sich unter diesen Bedingungen ihre Mensch- lichkeit Zzu bewahren- s0 zum Bei- spiel die Krankenschwester Maria Stromberger, die als Verbindungsfrau zu den Partisanen in der Gegend um Auschwit? fungierte und erkrankte Häftlinge mit zusätzlichen Medika- menten versorgte. Eine rühmliche Ausnahme war auch der SS-Arzt Hauptsturmführer Hans Münch, der eine Beteiligung an den Vergasungen in Birkenau verweigerte und dafür später von einem polnischen Gericht rehabilitiert wurde. Menschlich und mutig war ferner der deutsche Funkti- onshäftling Otto Küssel, der als Fin- Sat?leiter vielen KZ-Insassen zu leich- terer Arbeit verhalf. Doch solche Beispiele menschlichen Verhaltens können die insgesamt bestialischen und unmenschlichen Handlungen der Nazis nicht aufwiegen.“
Altere Deutsche reisen meiner Erfahrung nach seltener zu den Ge- denkstätten des Naziterrors in Polen.
Matthias Tiesen.
Sie fahren lieber nach Warschau, Danzig oder Zakopane und genießen die touristischen Attraktionen. Jun- ge Deutsche kommen dagegen häufig in die Lager Auschwit?, Majdanek, Sobibör und Treblinka und besuchen auch die nahe gelegenen Städte Kra- kau und Lublin. Bei ihren Gruppen- reisen geht es weniger um Sehens- würdigkeiten, sondern um die Auf— arbeitung einer für sie beschämenden Geschichte. Gewöhnlich reisen Leh- rer mit ihnen, die es sehr wichtig fin den, die Geschichtskenntnisse der Jugendlichen vor Ort zu vertiefen, weil dies einen großen Finfluss auf die Bewusstseinsbildung der neuen Generation in Deutschland hat.
Von allen Polen haben seinerzeit die KZHäftlinge am meisten unter den Nationalsozialisten gelitten. Doch haben sie in den letzten Jahrzehnten auch besondere Unterstützung von deutschen Organisationen erhalten.
Das Volk, das einst unser Feind war, ist jet?t unser Freund, die alten


