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(1993) 2/1993. September 1992
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Lagergemeinschaft Auschwitz- Freundeskreis dor Auschwitzer e.V.

die man nach Auschwitz gebracht hatte, waren nur noch 92 am Leben, als man das Lager 1945 befreit hat. Wenn junge Russen mit militãrischer Ausbildung und Disziplin nicht in der Lage waren, einen Widerstand zu organisieren, was kann man dann von denen erwarten, die weder jung noch gesund waren. Wenn auch die meisten Leute in den Gaskammern starben, so gab es doch noch viele andere Möglichkeiten zu sterben. Tausende sind verhungert, erfroren, an Krankheiten gestorben. Viele ha- ben Selbstmord begangen, man hat ihnen tõödliche Spritzen gegeben, oder sie starben als Opfer medizin- ischer Experimente. Man hat sie er- schossen, erhängt oder totgeprügelt.

Die Gaskammern waren zwei Jah- re und zehn Monate in Betrieb. Ende November 1944 kam der Befehl aus Berlin, die Gaskammern und Krema- torien zu zerstören, aber der büro- kratische Apparat zurEndlösung der Judenfrage? hat bis zum letzten

letæten Mittellungs blatt)

Führung durch die Auschltæ-Austellung in Gleßen(ſsiehe Bericht Im

Moment weitergearbeitet. Obwohl schon Tausende von Haftlingen auf den Todesmärschen nach Westen waren und die Lager in Brand ge- setzt, kam am 5. Januar 1945 noch eine Gruppe Juden aus Berlin in Auschwitz an. Für die Verwaltung war dieEndlösung noch nicht ganz erledigt. Als Einheiten der Ro- ten Armee am 27. Januar 1945 in Auschwitz einmarschierten, fanden sie 7600 Hãftlinge am Leben.

In Deutschland hielt man die Ver- nichtung der Juden geheim, obwohl der Führer selbst schon vor Aus- bruch des Krieges die Vernichtung der Juden angedroht hat. Mlmählich verschwanden die Juden aus den Städten, in denen sie gelebt hatten. Wohin waren sie? Was ist mit ihnen passiert? · Die Leute wollten nichts wissen. Und bis heute ist es so ge- blieben. Das ganze Ausmaß des Schreckens will niemand zur Kennt- nis nehmen. Die ganze Wahrheit ist so erschreckend, daß es für einen