5
Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V.
verlorene Zeit wäre, Sei nicht vorge- kommen.
Ein jugendlicher Besucher hatte allerdings für besondere Aufmerk- Samkeit gesorgt. Er hatte bei seinem Gang durch die Ausstellung die Kopfhörer seines Walkmans nicht abgenommen und war durch ein be- tont lässiges Auftreten aufgefallen. lIm Besucherbuch am Ausgang no- tierte er folgenden Text ch bin ge 9en Menschen MMassenmord- doch bin icœh der Meinmo das es Z vſe Asanten gibt Und cas d al Has mssen Sonst gibis Srer- A9 c bin Easchist abef gegen Soſche Garbafe bin ich ofacem“ Als Unterschrift waren mit runenhaf- ten Buchstaben die Worte„White Power? daruntergesetzt. Der Kom- mentar der nãchsten Eintragung lau- tete„Stwas anderes habe ich von einem Deutschen nicht erwartet? Unterschrift:„eine Jüdin?.
Als einige Tage später Oli Brack und Clemens Rieser vom Verein zur Gründung einer Stiftung Auschwitz mit einer Besucherin diskutierten,
gab sich diese als die Autorin des Kommentars zu erkennen. Aufgrund der rechstsrakikalen Anschläge und der gewalttätigen Stimmung bei ein- em groBen Jeil der Bevölkerung, ha- be sie große Angst weiter als din in Deutschland zu leben und zu ar- beiten, erklärte sie im Gespräch. Be- vor Sie dann ging fügte sie ihrer Ein- tragung im Besucherbuch ein rãtsel- haftes Zitat von A. Heller hinzu: „Deutschland schläft nicht, Gott Sei bei mir, Deutschland kömmt durchs Stieghaus.
Die meisten Eintrãge im Besucher- buch berichten von dem Erschrek- ken und der Sprachlosigkeit, die die Bilder, die Dokumente und die Kom- mentare der Ausstellungsführer ver- mittelten.„Es tut so unendlich weh' schrieb eine Jugendliche. Jemand anderes notierte, daß es„fast mehr (war) als ich ertragen konnte“ trotz- dem wünschte sie, daß noch viele Menschen die Ausstellung sehen. Ein anderer Besucher schrieb die Erkenntnis nieder:„Von Auschwitz
nimmt man keinen Abschied.?
l⸗


