Heft 
(1992) 3/1992. August 1992
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Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V.

der konservatorischen Arbeiter vergrößern und sie mit dem richtigen Werkzeug ausrü- sten. Natürlich führt auch dies zu einer Ver- grõßerung der benõtigten Finanzmittel.

Am wichtigsten ist es, die richtigen Mittel zur Konservierung zu finden, wobei es sol- che sein sollten, die das Leben der verwen- deten Baumaterialien verlängern. Es ist wichtig darauf zu achten, daß keine neuen Materialien benutzt werden, die es wãhrend der Lagerzeit nicht gab.

Mit diesen Informationen mõchte ich dar- auf aufmerksam machen, daß die Stimmen, die heute weitere Finanzmittel für das Mu- Seum fordern, berechtigt sind. Richtig sind auch die Informationen, die den Fortschritt der Degradation der Lagerrelikte beschrei- ben. Wenn der polnische Staat nicht gehol- fen hätte und weiterhin hilft, würde in Bir- kenau heute keines der Lagerobjekte mehr stehen.

Mit großem Interesse habe ich den Artikel gelesen von Heiner Lichtenstein: Zur Zweiten Schuld käme dann die dritte- Aus- chwitz verfällt- und wenn Deutschland nicht bei der Restaurierung hilft, wird bald nichts mehr zu sehen sein. Außergewöhn- lich richtig ist hier der Gedanke: Experten müssen sich zusammensetzen und ausrech- nen, wieviel Geld benõtigt wird.

Man muß aber zugeben, daß die Experten zunächst ein Programm zur Revalorisation vorlegen müssen, welches die historischen Elemente dieses Ortes berücksichtigt. Bir- kenau soll wie ein Reservat? erhalten blei- ben.

Das Problem der Konservierung ist sehr kompliziert. Auf der einen Seite stehen das Gesetz, die Gesamtheit der Besucher und die ehemaligen Häftlinge, die mit Recht verlangen, keinerlei Veränderungen auf dem Gebiet des ehemaligen Lagers vorzu- nehmen. Auf der anderen Seite verlangen die Konservierungsnotwendigkeiten die Durchführung verschiedener Abänderun- gen. In wieweit diese zwei Ansichten in

Ubereinstimmung zu bringen sind, gehört mit zur objektiven, fachmännischen Dis- kussion.