Heft 
(1991) 1/1991
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Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V.

anderen Jugendlichen und Erwachsenen. Die schon bestehenden Arbeitsbeziehungen des Vorbereitungsteams für die Stiftung Auschwitz zu der Gedenkstätte in Auschwitz, zu Vad Vashem und nach Minsk können genutzt und ausgeweitet werden und zu Bezie- hungen mit ähnlichen Institurionen anderer Länder führen.

4.Auschwitz mitdenken heißt Umgang mit der konkreten Gedenk- stätte Auschwitz-Birkenau-Monowitz und gleichzeitig Umgang mit dem Symbol Auschwitz, das auf viele ähnliche Stätten national- Sozialistischer Barbarei und des Völkermordes im Namen des deut- schen Volkes hinweist.

§. Die Arbeit der stiftung Auschwitz muß von den Kindern und Kindeskindern der Tätergeneration unsere Volkes geleistet werden.

Anders ist geschichtliche Verantwortung der Deutschen weder lebbar noch glaubwürdig.

In den letzten Jahren hat die Arbeit an der Stiftung immer umfang- reichere Formen angenommen. Allein in den letzten zwei Jahren sind in der Lagergemeinschaft mehr als 25 Vorst andssitzungen mit einer Länge von durchschnittlich vier bis fünf Stunden notwendig gewesen. Binzu kam die normale' Arbeit der Lagergemeinschaft mit ihren Donnerstags-Terminen, die Reisen, die Besuche in der Dowea, die Verhandlungsrunden mit Kirchenvorstand, Regionalverband, Land Hessen, Stadt Frankfurt u.v.m.. Im Laufe der Zeit hat man immer mehr gemerkt, daß eine Kombination dieser verschiedenen Arbeitsgebiete nicht mehr leistbar ist, daß die Arbeit an der Stiftung und die all- tägliche Arbeit der Lagergemeinschaft sich auch gegenseitig behin- derten. Dies führte dazu, daß die Mitglieder des Vorstandes und der Lagergemeinschaft, die die bisherige Arbeit an der Stiftung getragen haben, nicht mehr fähig und bereit waren, weiterhin unter den bishe- rigen Arbeitsbedingungen für den Vorstand der Lagergemeinschaft zu kandidieren. Da dies wahrscheinlich gleichbedeutend gewesen wäre mit einem Ende der Stiftung, entschloß sich der Vorstand einstimmig, eine Arbeitsteilung vorzunehmen, wobei die Arbeitsfelder in dem gegenseitigen Bewußtsein bestellt werden sollen, daß hier ein gemein- 0 Anſiegen verfolgt wird. Auf der Suche nach einem juristisch einwandfreien Weg, der gleichzeitig nicht zu einer Beeinträchtigung der Arbeit an der Stiftung wie auch der Arbeit an den anderen Zielen der Lagergemeinschaft führt, hat der Vorstand deshalb beschlossen, daß die Mitglieder der Lagergemeinschaft, die bisher die Sache der Stiftung getragen haben, einen eigenständigen Werein zur Gründung der Stiftung Auschwitz gründen sollen und sich in diesem Rahmen intensiv mit der Gründungsarbeit beschäftigen sollen. Dies geschah nach langen Gesprächen mit Mitarbeitern der Dowes; der Vorstand der Lagergemeinschaft hat mit dem neuen Verein einen Vertrag abgeschlossen, der die eindeutige, einzige Zielsetzung(Arbeit an der stiftung) ebenso vorsieht wie die treuhänderische Ubergabe der Dowea als Verhandlungsmasse an den neuen Verein(dieser muß sie in die Stiftung einbringen; kommt es nicht zu der Stiftung, s0 fällt die Dowea selbstverständlich an die Lagergemeinschaft zurück)