2 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V.
Werner Renz berichtete über die Arbeit der Redaktion des Mittei- lungsblattes. Dem Redaktionsteam ging es in erster Linie darum, Beiträge vorzustellen, die zur kritischen und kontroversen Diskussion anregen, Geschichtsarbeit, Berichte Uberlebender, aktuelle Themen, die uns als Lagergemeinschaft beschäftigen, und Informationen zu präsentieren, die unsere Arbeit als Lagergemeinschaft widerspiegeln. In der Tat ist es dem Mitteilungsblatt während der letzten Nummern zunehmend gelungen, sich zu einem profilierten Diskussionsforum zu entwickeln, in dem die Selbstdarstellung der WVorstands-)Arbeit der Lagergemeinschaft immer mehr in den Hintergrund trat. Leider stellte, wie Werner Renz am Ende der Mitgliederversammlung ergämend mit- teilte, die Redaktion mit Erscheinen der Nummer 19 ihre Tätigkeit ein. Wir danken Marianne Groß, Heike Duill, Klaus Weimann und Werner Renz an dieser Stelle sehr herzlich für ihre erfolgreiche,£ anregende, engagierte und nicht immer einfache Tätigkeit! Hoffentlich finden sich bald Mitglieder, die ebenso verantwortlich an unserem Mitteilungsblatt arbeiten!
Rudolf. Dohrmann übernahm es, über die Entwicklungen im Hinblick auf die Stifungsgründung zu berichten. Dabei ging er zunächst kurz auf die im vergangenen Jjahr von acht Mitgliedern organisierte und durchgeführte Israelreise ein, die uns neben wichtigen persönlichen Kontakten und Gesprächen mit Uberlebenden die Möglichkeit eröff- nete, mehrere Tage im Archiv in vad Vashem zu arbeiten. Archivleiter Herr Krakowski gab jede mögliche Hilfe. Auch die Reise nach Minsk/ Weißrußland- man war hier Gast des russischen Friedenskomitees— war für die Arbeit der Lagergemeinschaft sehr wichtig und erfolg- reich. Umer anderem konnte die Gruppe die Gedenkstätte Katyn und das Museum des»Großen Vaterländischen Krieges“ besuchen, und zwar nicht nur die öffentlichen Ausstellungen, sondern auch das Archiv. Dieses Archiv birgt viel Material, und man ist sehr bereit, dieses zur Verfügung zu stellen. S0 entstanden enge Kontakte zu anderen Archi- ven, die der Arbeit einer zukünftigen Stiftung sehr helfen können.
Die Arbeit an der Stiftungsgründung ist in den letzten Monaten mit ihren intensiven politischen Veränderungen nicht immer leicht gewesen.
Rudolf Dohrmann faßte zunächst noch einmal die 2Zielsetzung der Stiftung zusammen:
1. Es gibt bisher im gesamten Bundesgebiet keine Institution, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die vorhandenen Dokumente über Auschwitz-Birkenau-Monowitz zur Grundlage pädagogischen Mate- rials für Bildungsarbeit mit Jugendlichen und Erwachsenen 2u machen.
2. Die Beschäftigung mit den Dokumenten und die pädagogische Umsetzung wird gekoppelt mit praktischer Arbeit, die der Erhal- tung der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau-Monowitz dient.
3. Die Bildungsarbeit im übertragenen und im praktischen Sinne geschieht zusammen mit jüdischen, polnischen, sowjetischen und


