Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V.
Bericht über die General-Mitglieder- versammlung vom 24. 11. 1990„on Manfred Pöpperl
Wie bereits über die 89-er Versammlung, möchte ich Euch/lhnen auch zur letzten Mitgliederversammlung einen kurzen Bericht geben. Grund- lage dieses Berichtes ist das sehr sorgfältige und ausführliche Protokoll, das Marianne Groß verfaßt hat.
Zweimal mußte zu dieser Mitgliederversammlung in die Funckstraße von Frankfurt eingeladen werden, da die Beschlußfähigkeit bei dem Termin 29.09.90 knapp verfehlt worden war.
Am 24.11. nun gab es keine Mindestteilnehmerzahl; die etwa 40
die erschienen waren, bildeten nach den Statuten der
Lagergemeinschaft in jedem Fall eine beschlußfähige Versammlung. Gerhard Herr begrüßte die Mitglieder, stellte die Tagesordnung vor und führte die Bestellung der Mitglieder des Wahlausschusses sowie der Rechnungsprüfer durch. Gabi Schindler und Jupp Seuffert, die bereits-in den letzten jahren die Finanzen sehr sorgfältig durchgesehen haben, erklärten sich bereit, dies auch in den nächsten zwei Jahren noch einmal zu übernehmen.
Hermann Reineck eröffnete die Berichte des Vorstandes über seine Tätigkeit in den Jahren 1989 und 1990“ mit einer eindrucksvollen Zusammenstellung der Studienfahrten nach und der Kontakte in Polen, der Paketaktionen, der Arbeit in den Schulen und bei verschiedenen Organisationen. Während der neun Fahrten nach Polen ist besonders aufgefallen, daß sich die politischen und sozialen Verhältnisse entschei- dend verschoben haben: die Lagergemeinschaft muß in der nächsten Zeit versuchen, den Gesprächsfaden und die Zusammenarbeit auch unter den neuen Bedingungen zu erhalten.
Heike Duill berichtete über die Arbeit der Dokumentationswerkstätte Auschwitz. Durch die unermüdliche Arbeit der Mitarbeiter der Dowea
ist es gelungen, den Bestand an Buchtiteln erheblich zu erweitern, ein
großer Teil davon in Doppelexemplaren für die Werkstätte in Auschwitz.
D ondere Erwähnung finden sollte neben der eindrucksvollen'alltäg-
lichen Arbeit des Archivierens, des Schreibens der Karteikarten, des Bindens der Bücher, des Zuordnen zu Sachgebieten, des Erbittens neuer Bücher usw., daß nunmehr erstmals alle Buchtitel mittels EDV archiviert wurden. Damit ist die schnelle Suche ebenso erleichtert wie eine spätere Aufteilung nach differemierten Sachgebieten. Ebenso ist die Aufbereitung der von Frau Ormond zur Verfügung gestellten Handakten ihres Mannes, der Nebenkläger im Auschwitz-Prozeß in Frankfurt war, nunmehr abgeschlossen; die Akten stehen damit für den Gebrauch bei Forschungsarbeiten zur Verfügung. Inzwischen ist auch die Zahl der Besucher der Dowea erheblich gestiegen— hier allerdings stoßen wir recht schnell an die Grenzen der Leistungsfähig- keit unserer Dowea; hier zeigt sich sehr deutlich, wie wichtig eine Institutionalisierung dieser Einrichtung in der geplanten Stiftung mit festen ständigen Mitarbeitern usw. ist.


