Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V.
AUSCEUUUE
Das Zeugnis
Eann steht der hustende Skoda vor dem Einſamilienhaus am Stadirand von Krakau; es ist hell erleuchiet. Die Siraße in die oſſenkundig neue Siedlung ist noch im Bau, nicht beſestigt, wir zichen uns also die Schmuuig gewordenen Schuhe aus, che wir vom Vorraum ins Wohnzimmer mitdem Teppich gehen.
„Vorraum und Stiegenhaus sind gepfla- ster mit Medaillen. Andenkeniellern, Ab- zeichen und Fotograſien. Die Abzeichen
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künden von der geſährlichen Vergangen- heit des Hausherrn im politischen Wider- stand Polens(nicht nur) zur Nazizeit. Auf den Foios ist er selbst zu schen. Schmal, ſast ausgehungert, dunkel. zurückhaltend, ernst.
Heute abend steht ein weißhaariger, rosig genährier Herr von knapp siebzig Jahren vor uns. Das besundig lächelnde Enigegenkommen des Arzies verschwindet ſür Augenblicke, wenn er die Fotos erlãu- lert. die Namen der damals getöieten Kameraden nennt.
Wir nehmen Plau. Der Mann bietet uns Kaſſee an und Tee, der uns im ſeuchiten. kühlen Nieselwetter am liebsten wäre. Aber da ist noch die riesige Flasche mit echiem Red Label“-Whisky. Der Mann ſreut sich oſſenkundig. so eine Raritdt anbieten zu können.
Wir sitzen in weichen Fauteuils, trinken Tee und Whisky. Wir haben ein vor Regen schützendes Dach über dem Kopf. und eine unsichtbare Heizung wärmt die dicken
Radiatoren. lst der joviale Mann hier
wirklich derselbe, Uber dessen Vergangen- heit er erzähli?
Es ist schwer, die Einheit der Bilder zu erkennen. Es gelingt schlagartig, als er sagi. daß man heute zum Glück keine Angst mehr zu haben brauche, daß die SS in der Tür steht. Und unmiuelbar darauf sagt er, daß in dieser Geschichte bestimmie Einzel- heiten nicht siehen durſien; er wisse nicht. ob sie ihm schaden könnien.
Der Mann ist ãlier geworden: die Zeit ist vergangen, ohne sich allzuschr zu ändern, und der Zwang zum Versteckspiel ist gleichgeblieben.


