Heft 
(1988) Nr. 14. Dezember 1988
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Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V.

Die Endlösungskonferenzurde vom 9.12.1941 auf den 20.1.1942 verscho- ben und fand in der Dienststelle der Internationalen Krininalpolizeilichen KommisSion, Berlin, àm 6Grogen Vann- See 56/58, sStatt. Vertreter verschie- dener Ministerien, der Partei- Kanzlei, der Reichskanzlei, des RSHA, des Generalgouverneurs, der Sipo und des SD waren erschienen.

Die schon langst begonnene»Evakuie- nung der Juden nach dem OsSten Wannsee- Protokoll, Nürnb. Dok. N6 2566 6) aus dem 6Crogdeutschen Reich galt es»in zuge der»End- LlöSung der europaischen Judenfrage auf'rund 11 Miionen Juden auszu- veiten. Die Juden So die Tarnsprea- che des Protokolls sSollten im OSten zum Arbeitseinsatz kommen, die varbeitsfähigen Juden straßen- bauend in die eroberten OsStgebiete

geführt verden; öber lebende des ge- planten Arbeitseinsatzes von den Arbeitsunfähigen ist inm Protoko11 gar nicht nehr die Rede so11ten entSprechend behandelt verden. Juden im Alter von über 65 Jahren

C..), SchwerkriegSbeschadigte Juden und Juden mt Kriegsauszeichnungen EK 1)* so11ten in ein*Altersghetto öberstellt,»*in Kriegswichtigen Be- trieben 1m Arbeitseinsatz stehende Juden C..., solange noch kein ErsSatz zur Verfügung steht, nicht evakuiert verden.

Die Vannsee- Konferenz diente nurmehr

der Festlegung der»6rundlinie C... der praktischen Durchführung der Endlosung der Judenfrage Qeydrich

am 26.1.1942 an Luther) unter Betei- L1igung der mitzustandigen und mithin

mitverantvortlichen deutschen Dienststellen.

Der Föhrerbefehl zum Vernichtung der europaisSchen Juden var bereits

im Sommer 1941 gegeben vorden, die Mordmaschinerie mußte nun alle Juden im deutschen Finflußgebiet erfassen.

2. Lodz

Das erste Deportationsziel nicht nur sondern auch für Juden

für die deutschen,

die österreichischen und die

aus dem Protektorat' var das 6Ghetto Lodz, in der Sprache der Hazis, die veite Teile Vestpolens den Deutschen Reich eingegläedert hatten, Litz- mannsStadt geheißen.

Das im Reichsgau Vartheland im Früh- jahr 1940 errichtete Ghetto Lodz var Zielort von neun Transporten aus dem Reich mnit etwe 9 300 deutschen Juden

18.10.1941, Berlin; 19.10.1941, Frankfurt/M.; 21.10.1941, Koln; 24.10. 1941, Berlin; 25 10.19041, Hanburg; 27.10.1941, Döüsseldorf; 27.10.1941, Benin 29 10 1 Berlin).

Die Deportierten,»in der Mehrzahl

ältere Frauen und Männer, vie es in dem Erfahrungsbericht' von 13.11.

1941 heist Gn: Dokumenty 1 Ma terialy. Bd. 3. Gettòo Lodzkie. Hg. v. Artur Fisenbach. Varszawa, Lodz.

Krakow 1946, S. 203), durften 50 kg Gepack und 100 RM mit sich führen. Das 6eld mußten sie freilich sogleich nach Lhrer ankunft abliefern. Minuzi- ös vermerkte der Leiter der Chetto- verwaltung in einen Schreiben an die Lodzer Gestapo, daßs die»Ghettover- altung von den in Oktober und No- venber 1941 eingesiedelten Juden aus

Berlin(4 Transporte) insgesamt RM 413.547.80 öbernomnen hat Gn: FaschisSnuS- Cetto- Massenmord. Do

kumentation öber Ausrottung und Vi- ders tand der Joden in Folen vahrend des Zeiten Veltkrieges. Hg Judischen Historischen Institut Varschau. Berlin 1960, S. 398.

Das Ghetto hatte zu venig Raum für die Neuankommlinge, und die 6Gestapo begann deshalb im Januar 1942 danit,

nichtarbeitsfahige Juden aus denm uberfülLten Ghetto auszus iedeln'. Laut dem Lagebericht' der 6estapo Lodz vom 9 6.1942 wurden seit dem 16.1.1942 insgesamt 44 192 polnische Juden»ausges iedelt F6M, 8S. 2860, d.h., man brachte sie nach Chelmno,

0 Sett dem 8. Dezember 1941 Juden 1n Gaswegen ernordet vurden. Dassel- be Schicksal viderfuhr den'einges ie- delten Juden. In den Lagebericht 18t veiter zu 1esen:»Von den aus dem altreich, der Ostnark und dem Pro- tektorat Böhmen und Mahren im Okto- ber 1941 1n das hiesige Ghetto ein-