Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V.
Heydrich deauftragte,»alle erforder- 1ichen Vorbereitungen in organisato- rischer, Sachlicher und naterieller Hinsicht zu treffen für eine Gesamt- losung der Judenfrage im deutschen
Einflusgebiet in Furopa“, und Hey- drich weiter aufforderte, Ihm»in Bälde einen 6Gesantentwurf üder die arantstor 1Schen. Sacn11chen und mater 1ellen Vorausmnaßnahmen zur
Durchführung der angestrebten End ö- sung der Judenfrage vorzulegen“, var die Entscheidung über das Schicksa! der europaischen Juden gefa1len.
Die in Frühsommer 1941 aufgestellten Einsatzgruppen der Sicherheitspoli- zei und des SD begannen nach dem an 22 6.1941 erfolgten öberfall auf die Sowjetunion mäit der Liquidation der
baltischen, ostpolnischen, sSoieti- Schen und galizischen Juden; im Reichsgau Vartheland nahe Lodz be- gann in Herbst die Errichtung des Gaswagenlagers Chelnno; Odilo 610— boonik erbaute zur selben Zeit im
Rahmen der von ihm geleiteten Akti- on Reinhard' das Vernichtungs lager Belzec; der Konmandant von Ausch- vitz, Rudolf Hos, in Befolgung des ihm von Himmler erteilten Befehls, in Auschttz ein Vernichtungszentrum vorzubereiten, nachte sich daran, ein geeignetes Tötungsnittel für die be- fohlene Massenvernichtung der Juden zu finden.
Zwei Befehle des Chefs der Ordnungs- polizei, Kurt Daluege, ordneten die Deportation der deutschen Juden an: der Befehl vom 14.10.1541 ürnb. Dok. PS- 3914) und der Befehl vom 24.10.1941(Nürnb. Dok. PS- 3921, in:
Der erste Transport nit 1 013 Juden ver1ieß an 18.10.1941 Berlän und ging in das Ghetto von Lodz. Dieses var nur eine Verlegenhettslosung. Da noch keine Vernichtungseinrichtungen vor- handen varen, das Reich aber auf Be- fehl des Föhrers unbedingt juden- frei“ genacht verden nußte, pferchten die deutschen Endloser die Depor- tierten in das überfül1te Ghetto.
Mit neun Transporten kanen über 9 000 deutsche Juden nach Lodz. Seit anfang November 1941, genaß Da lueges zweiten Befehl, varen Minek und Rige (bzw. Kowno) Zielorte der Deportati- onszuge.
In dem Befehl von Daluege heigt es:
6e e Dezenber 1941 verden durch die Si- cherheitspolizei aus dem Altreich, der Ostmark und den Protektorat Böh- men und Mähren 50 000 Juden nach dem Osten in die Gegend um Riga und um Minsk abgeschoben. Die Aussied- lungen erfolgen 1n Transportzugen der Reichsbahn zu je 1 000 Personen. Die Transportzuge verden in Berlin, Hanburg, Hannover, Dortmund, Münster,
DüsSseldorf, Koln, Frankfurt/M., Kas- Ssel, Stuttgart, JVürnberg, München, Vien, Breslau, Prag und Brünn 2u— Sammengestellt.“
Die nach Minsk, Kono und Riga Aus- ges iedelten“ vurden entweder sogleich nach ihrer Ankunft erschossen oder aber in die als Durchgangsstation GAuswetchmöglichkeiten“) betrach- teten Ghettos von Minsk und Riga bzw in nahegelegene Arbeits lager ge- trieben.
Die Heydrich von 6Göring erteilte VolImacht stattete den Chef der Si- cherheitSpolizei und des SD nit den notigen Kompetenzen aus, die End15- Sung der Judenfrage' in angriff 2zu nehmen. Vunmehr galt es, alle erfor-
derlichen»Zentralinstanzen“ in den Vernichtungsprozes miteinzubeziehen und nach LösungSmoglichkeiten“ 2u Suchen.
In etlnem Brief vom 29.11.1941, u.a. an Martin Luther, Unterstaatssekre- tar im Auswärtigen Ant, 1ud Heydrich zu einer Besprechung am 9.12.1941 eln. FS ging darum, in einer»Aus- SPrache“ eine gleiche»AuffasSung bei den in Betracht komnenden Zentralin- Stanzen an den übrigen mit dieser Endlõsung zusamnenhängenden Arbei- ten“ Mürnb. Dok. N6-2586) zu errei- chen.
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