Heft 
(1988) Nr. 13. August 1988
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Lagergemeinschaft Auschwitz Freundeskreis der Auschwitzer e. V.

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»ES darf ver langt m1t dem

keln 6ras darüber vachsen, die Inttlattve zum Ungang Gestapo-Gelande'. Die Tram- pelpfade durch die Schutthügel v1r ken den 6rasuchs gen18 entgegen. Und die Diskusslon, die da susgelöst urde, tut es auch. Es gibt sogar Forderungen, das Prinz Albrecht- Palals zu restaurieren, dantt die Er- innerung(und die Dokumentatton) ein Gehäuse haben.

Im alten Schinkelbau, den Palais prinz Albrecht, Saß das Reichssicher- heltShauptamt, vährend der Reichs-

föhrer und sein Stab 1m Hotel Pr1nz Albrechttrkten. Das Palals an der V1lhelnstrage diente der Beichsregie- rung 1918 bis 1933 als 6ästehaus. Aber, 0, röcksichtsvolle Republik, es gehorte nach vle vor den Hohenzol- lern, die för die republtkanische Mutzung Miete kasslerten.

Im Jahre 1032 bekanen die Mazis Schon einen Fug in die Tür auf dle- Sem begehrten Gelande: Binmal 2708 Goebbels Angriff Redaktton in das Haus Vilhelnstraße 106. Und dann urde Alexander Langsdorff, einer, der den Marsch zur Feldherrenha!1le mitgenacht hatte, Kustos des Museums

tür Vor- und Fröhgeschtchte Bcke Stresenannstraße Prinz Albrecht- Straße. Papens Konnissare hatten

schon 1m Voraus den richtigen Nach- barn för Heinrich Hinmnler besorgt. von Langsdorff konnte er Stoff för

seine unersättlichen Germanenträume beziehen.(Ich gehe davon aus, daß diese Persona lentscheidung von Pa-

pens Staatsstreichreglerung nach den 20. Ju11 1932 gefällt vurde, nicht von dem bis dahin regierenden Kabi- nett Otto Braun, das mut Reichswehr- und ReichspräsidentenhtIfe vertrie- ben vurde. Die Veinarer Repub1ik zerbrach am 20. Ju11 1932, als Papens Verfassungsbruch unter formellen Protesten hingenonnen vurde, nicht erst am 30 Jan. 1933.

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Manen und Bilder aus der Ausstellung 1m Pav1110n: Binnal der Bürger bräu- attentäter Georg Elser, aufgenommen shrend eines Verhörs: Der vache Blick, der Mund, der Stolz und FEigen- 111en ausdröckt, Elser, ein kleiner Mann', der ganz auf sich gestellt, ohne Apparat und Hintermänner, 8e handelt hat: Ver das vahrnimmt, der kann dann auch den Frägern großer preußischer Manen setnen Respekt be- zeugen, dte am 20. Ju11 1944 den 20. JolI 1932 venigstens noralisch vett- genacht haben.

Berthold Jacob habe ich erst in die- ser Topographieausstellung kKennen gelernt. Er var zweimal in Hausge- kangnis Prinz Albrecht-Straße 8, im Sommer 1935 sechs Monate und deann von Septenber 1941 an 2we1 Jahre lang. Jacob starb an 26. Febr. 1944 Im Jödischen Krankenhaus Ber1in. Zwelnal vurde er, den die Enigration Schon gelungen var, von der Gestapo überfallen und 1n die Prinz Albrecht- Straße 2zuröückgebracht, elnnal, 1m Frühjahr 1935, aus Basel und 1941 aus L1SSabon. Vas varfen die Mazis dem Journalisten der Veltbühne vor? Br hatte die heinliche Aufrüstung der Reichsvehr gut recherchiert. Das hatte ihn schon 1926 acht Monate Cefangnis eingebracht. 61bt es 1r gendetwss, das an Berthold Jacob er- Innert, ein Buch oder einen Straßen- nanen? Venigstens die Ausstellung 1m pav111on an der Stresemannstraße tut es.

Im Cropiusbau gleich neben dem Pa- v1110n findet nan die Berlinische Calerle, die Jöditsche Abtetlung des Ber 11ner Museuns und das Verkbundar- chlv. Venn bel Capri dte rote Sonne im Meer versinkt heist die Verk- vundausstellung zun Vohn- und Varen- kltsch der Adenauerzelt, die behutsam und erbarmungslos deren totalitäres Unterfutter fretlegt: Paßt das nicht zu dilesem Terrain? Hier an der Mauer gelingt das Vverdrängen schwer, Selbst venn es einer möchte.

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