Heft 
(1988) Nr. 13. August 1988
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Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V.

Zum 1. Okt. 1935, dem jüdisSchen Neu- jahrsfest, entwarf der Ber1iner Mar- tin Friedlander elne jödiSche Nat1o nalfahne, blauweis und mtt Davtds- sStern, fast sSso1e dte des Staates ISrael, die es damalSs ja noch nicht gab. Und er hängte seine Schopfung aus dem Fenster 1m Hause Linienstra- Be 196, ein Protest gegen die Mürn- berger Gesetze jenes Herbstes, aber auch ein schweijkisches Vort1tchneh- men jener Nazibehauptung vom ödi- schen Recht auf eine eigene Kultur in Dem 4ngriff var Fried- landers Courage sogar eine Lokalmel- dung Mert: Pamtt hat das Rätselra- ten,le dlese Fahne aussieht, ein Ende gefunden. Martin Fried länder hatte das Morden überlebt. Seine Fahne hangt jetzt 1in der Jödtschen Ausstellung im Groptusbau.

Peter C. Ke1ler

Das Hauptquartier der Gestapo in Berlin.

[NITIATIVE gegen VERDRANGUNG

Entvicklungen auf den Prinz Albrecht-Gelände

Daß die Machtzentrale des SS-Staates auf dem Terraln zw1Schen Vilhelm- Strage, Anhalter Straße, Stresemann- Straße und Prinz Albrecht-Straße entstand, 1in Palats- und Museumsar- chttektur des 19. und 18. Jahrhun- derts, ja, das lag an 6Göring. Um die trisch geschaffene CGestapo seinem Machtberelch anzukritstallisteren, der nördlich von der Prinz Albrecht- Strase lag, vles er s1e 1n Mai 1933

in die Kunstgeverbeschule südliche Straßenselte, gegenüber den preuBt- schen Abgeordnetenhaus ein. Noch

Im Sonner 1938 vervandelten die neuen Herren die Atellervohnungen und Künstlerwerkstätten in 6efäng- niszellen um. Hatte sich die Hugen- vergpresse nicht lange genug öber die frivolen Orgten in einen staat- 11chen Cebäude entrüstet? Jetzt var Schluß nit der Bohenevirtschaft. Jezt zog Ordnung ein 1n dite Pr 1nz Albrecht-Straße 8. Mancher, der eben noch dort gelebt und geschafft batte und auch mal lustig gevesen var, kehrte bald als Häftling zurück. Denn dte Gestapo hatte hier 1hr Hausge- fängnis'.