Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V.
„ar das scheinbar elne absichtliche Spitze gegen neinen 11lebsten Vater. Dieser hatte s1ch nänlich in There- Sienstadt derartig mt neiner 1ieben Motter versohnt, dass Ihr es Kaum glauben„ördet. Der 4ogenbicR, da die beiden gemeinsam mich besuchen Kamen var fur nich die FrfLung neines Lebens taumes. Vur der Herr F. „ollte nun scheinbar sehen, dass wahrend Otto und Frieda abgingen, 1ch wit neiner Motter in Theres ien- Stadt bleiben sote. Tcœh neldete wich selbstverstandlich frei111ig mit weinen Ftern. Vie erstaunt va— ren„1r aber, als„ir anstatt in ein polnisches 6etto am Bahnhof Ausch- „tz halt machten. Vir varen danma]s 2000 Menschen, einer von hunderten Transpor ten, die e dassel be Schicksal hatten. 4m Bahnhof vurden 230 junge kräftige Manner sortiert und gingen ins KMd. Der Kest hatten das trau ging den traurigsten Veg den die Veltgeschichte kennt. Tch Schreibe Fuch dies absichtlich so ausführlich, da Ihr den PBrief personlich öbergeben bekommt und da 1ch unbedingt„111, dass, faS v1r uns nicht vieder sehen scten, Ihr visst, vas mit uns geschehen 1st“ Hier Ziebt es die modernste Massen- hinrichtungsanstalt der Velt. Fgal ob alt oder jung, ob Creis oder Hind, ob Mann oder Frau, alles konmt in eine Halle,„ird vergast“ und gleich 1n anschlessenden Hrema torium ver— brannt. Regt Foch daröber nich alzusehr auf, 1ch schreibe Fuch das Kurz, 1ch habe hier schon soviel miterlebt und durchgenacht, dass 1ch füur 6Gefohle hier nicht nehr 2Zeit habe. Das ist aber noch nicht aMes. Das betraf nur die Menschen, die von der Bahn direkt einen onbemussten leichten Tod sterben. arger ist es aber für die, die 12= lagsn— Schon- derur tig-Zernrter vom Lager aus ins Gas Daz
gehen. verden auch nur Juden und zwar die, die Körperlich heruntergekommen s ind, genommen.
Deshalb 1iegt nir soviel daran, dass 1ch viel zu essen habe. Vun ein a11— Seneines. 418 1ch hlerher Kam, var es noch die Hoe auf Frden. Schlãge,
Schwerste 4Arbeit und erbarmicher Hunger varen Tagesprogramm. Von den 230 Menschen ingen bieben Nir un- gefahr 10. Juch ich vog bereits 45 Ig, aber Cott stand inner an neiner Seite. Heute sind die Verhaltnisse Schon bedeutend besser. Schlagen ist verboten, Fssen ist zwar dasselbe, aber Ihr helft ja Cottseidank und die Arbelt nacht vir Spass. Heute kenne ich ich hier schon aus. Erxr In- teressant und erfreulich ist es, dass die Transporte, die Fnde 1etzten Jahres(Feter, L. Keich usw aus Th. kanen, von obigem volkommen ausge- Schlossen sind und dass sie das in Zokunft„ohl kaum beforchten mussen. Sie sind auch in einem gesonderten
Lager, Manner und Frauen beisannen. 4180 sSeht Ihr nun selbst, vas ich fUrm Aussichten habe. Momentan
Sehe ich got aus und bin volommen gesund. Gesunder denn je. Befürchten brauche ich eigentlich nurmehr das Ende. Denn solange jemand ar beitsfa- hig ist,„ird er auch als Arbeiter anerkannt. Vir haben selt einigen Vochen einen Lagerkommandanten, der ein sehr feiner Mensch ist und s1ch nit so nancher erfreulicher Veue- rung eingeföhrt hat. Oft habe ich schon daran gedacht, ob Ihr nicht an ihn herantreten konntet,„as sicher keine unangenehmen Folgen Tum Buch hätte, doch Kann ich kein rechtes Moti Finden. Vollen ir es deshalb dem 610c überlassen. Nischinge verden her als 4rier gefuhrt und sind vo1kommen ungefahrdet. Inter- essant ist, dass nan vergangene Vo— che, alle TsSchechen, auch tschechi- sche Juden aufgeschrieben hat. Das kann nichts schlechtes bedeuten“
Fur heute„111 1ch Schiessen. Schreibt nir doch einen asführi- chen Brief nit der öberbringerin. Fuch und 4rthur Honig danke ich För die schönen Sachen, die Ihr n1r Schickt(von Fuch habe 1ch Faket VTT erhalten). 4rthor Honig lasse 1ch aber bitten besser und fester 2u packen, Inhalts verzeichnis beizulegen
und deutlicher zu beschrei ben. Sendet mir auch etnas zum Lesen— 30 Pf Krininalromane. Mt 6russ und Muss
Auf baldiges Viedersehen/““ Fuer Heinz


