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Lagergemeinschaſt AuschwitzFreunde
skreis Cet Auschwilzer e. V.
5 ſerer Brief an den CDU Stadtver- ordneten Herrn Michel
Friedrmann: „Zerstörung des Börne— platzes— Zerstõörung Geschichte“„. Sept.
Sehr geehrter Herr FrLedmann,
nun 18t es a1s0 vo11bracht: Ftne unwiederbrUngliche Mögl1chkett, deutsch-üdische 6eschtchte für dte Gegenvart und vor al1em für die zukunft dieses Landes vahr- haft erfahrbar verden zu 1assen, 1St 1n der»denkwürdigen“ Par1a- nentssitzung am Donnerstag, göltig 11qutdtert vorden. Venn nicht alles täuscht, vird stch diese CDU-Entscheidung 1n dte Relhe derjenigen historisSch v ch- tig gevordenen Freignisse einfü- gen, auf die die Frankfurter Be- võ 1kerung heute und norgen ventg Grund hat stolz zu setn.
Ich vende nich an Ste, vei1 1ch zugegen var, als Ste an Ponners- tag nach 18. 00 Uhr auf den Röner- berg müt etnenm der Organtsatoren der Protestaktion 1n eine Diskus- S1on verlckelt varen, bevor 8S1e den S1tzungssaal erreichten. 8Ste machten dort Kußerungen, die mtch erstaunten. Und venn 1ch überl1e- ge, zu velchen Schlußfolgerungen in Sachen deutscher 6Geschichte vor allem der Oberbürgermetster, Herr Brück, 1n seiner 1m Vind- Schatten seines Antsvorgängers retchlich zt1tterten Rede gelang- te, bin 1ch über Ihre Kußerungen nachträgl1ch geradezu schocklert. zugletch enpfand 1ch nahezu Mt leid für Ste ob Ihrer H11f1os1g—
dieser Situatlon dantt,
v1SSen,
vOn
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1987
kelt, nt de Se Seb i i »muSeale LöSung' des Börne- platzes*Stark machten“. Ich deute neine Fnmpf 1ndung für 8Ste 1n aufgeregten Diskuss1ons- das Sie offen- s1cht1Ich gegen Ihr eigenes 6Ge- ViSsen und Gefühl vorge- hen mußten, um dte Entschetdung mittragen zu können.
Venn 1ch mir erlaube,*typtsch deutsch“ so zu definteren, daß das durchschnittliche Bewustse in der Bundesrepubltk(un hochstahrscheinlich auch tn der DDR) vor allem danach strebt, ntt seiner etgenen Geschtchte nicht mehr konfronttert zu verden(die Sogen. Historikerdebatte 18t der hochkarätig Ssenschaftliche Beitrag dazu), so konnten Ste sich kaunm typischer»deutsch“ verhalten und äugern, als Sie es in der Situatton taten. Sie ver- Stiegen sich schließlich Ihrem GeSprächspartner und den Zuhören- den gegenüber zu der Meinung, diese über denokratische Spielre- geln aufklären zu müssen. Mur das gewählte Parlanent ha be das Recht, 1n solchen Dingen mttzure- den und zu entscheiden. Mit ande- ren Vorten: Sie ziehen stch danit auf nichts anderes als rein for- male Argumente zurück, ohne Rüc Sicht darauf, velche fatalen FoI* gen die pernanente Ohnmachtser- tahrung auf die Entwicklung der Mundigkeit der Bürger als Lebens- elexier einer„irklichen Demokra-
tie nach st1ch ziehen vtrd. Auf eine geradezu klassische Veise hat eine in der FR vom 18. 9. 87 zitierte Passantn dite gesante
„iSsSenschaftliche DiSkussion über
dle»Krise des Parlanentarismus“ auf einen Menner gebracht: her han'se 1mer gesagt: Hattet ihr Jetzt
euch doch gevehrt.


