Lagergemeinschaft Auschwitz/Freundeskreis der Auschwitzer e V
Jugend-Begegnungsstätte uschwitz
BIELEFEL), 26. Oktober(epd). Die in- ternationale Jugendbegegnungsstätte in Auschwitz(Polen) wird am 7. Dezember eingeweiht. Das teilte der Vorsitzende der Aktion Sühnezeichen/Friedensdien- ste, Dietrich Goldschmidt(Berlin), am Wochenende in Bielefeld mit. Nach Aus- kunft von Goldschmidt ist die Finanzie- rung des 4,2 Millionen Mark teuren Ob- jektes, das in Fertigbauweise errichtet ird und zunächst aus einem Seminarge- 6 und Unterkünften für 60 junge enschen besteht, inzwischen voll gesi- chert:
Der Plan für den Bau der Begegnungs- stätte in Nachbarschaft des ehemaligen KZ Auschwitz kommt von der Aktion Sühnezeichen. Er wurde 1971 nach Unter-
zeichnung des Warschauer Vertratzes Zw schen Polen und der Bundesrepublik ge faßt. Polnischer Partner für den Bau ist der Verband ehemaliger Widerstands- kämpfer. Die politischen Rahmenbedin- gungen verzögerten lange die Verwirkli-
chung des Plans. Mit dem Bau soll ein sichtbarer Beitrag für die Versöhrungs- bemühungen des deutschen Volkes gelei- stet werden. Die Kosten liegen bei 4,2 Millionen Mark, die durch staatliche und kirchliche Zuschüsse sowie durch private Spenden gedeckt werden.
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Für Ausstellung in Auschwitz
ONN, 7. November(Reuter). Auf dem
ände des ehemaligen deutschen Kon- Zentrationslagers Auschwitz in'Polen soll nach dem Willen des Deutschen Bundes- tages eine Gedächtnisausstellung der Bundesrepublik Deutschland eingerichtet werden. Ein Antrag der Grünen wurde am Donnerstagabend vom Bundestag einstimmig angenommen. Der Staatsmi- nister im Auswärtigen Amt, Jürgen Möl- lemann, teilte mit, die Bundesregierung unterstũtze dieses Vorhaben.
Möllemann sagte weiter, die Bundesre- gierung würde überparteiliche Uberle- gungen zu Konzept und Gestaltung der Ausstellung begrüßen. Die Grünen spra- chen sich dafür aus, daß die Ausstellung von Verfolgten-Gruppen getragen werden solle. In Auschwitz gibt es bereits Ge- dächtnisausstellungen mehrerer europä- ischer Staaten, unter anderem der DDR.
Frankturter Rundschau 8 November 1986.
Sinti Klagen in Straßburg HEIDELBERG, 11. November(dpa).
Der Zentralrat der Sinti und Roma hat
eine Klage gegen die Bundesrepublik we- gen Verletzungen der Menschenrechte in die Wege geleitet. Der Zentralrat erklärte am Dienstag in Heidelberg, in der Praxis von Polizei und Strafverfolgungsbehör- den in der Bundesrepublik würden bis heute ethnische Bezeichnungen wie „Zigeuner“ oder„Landfahrer“ hervorge- hoben und der Begriff„Zigeuner“ mit „reisendem Straftäter“ gleichgesetzt. Dar- in sieht der Zentralrat Verstöße gegen das Diskriminierungsverbot und die Gs- rantie von Freiheit und Sicherheit in der Menschenrechtskonvention des Europa- rats.
Wie Sprecher sagten, habe die Organi- sation Anfang November ein Gesuch an den Generalsekretär des Europarats ge- richtet, in dem die Verletzungen der Men- schenrechtskonvention geltend gemacht würden. Komme es zwischen dem Gene- ralsekretär und der Bundesrepublik dar- über nicht zu einem Einvernehmen, solle dieses Gesuch zu einer Klage beim Euro- päischen Gerichtshof in Straßburg füh- ren.
Frankfurter Bundscfau 12. November 1986.


