Heft 
(1986) Nr. 8. Mai 1986
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Freundeskreis der Auschwitzer e.V.

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im Bündnis mit Deutschland werden, der Kaukasus sollte einen deutschen Bevoll- mächtigten erhalten und die rings um die Ostsee gelegenen Gebiete dem Reich ein- verleibt werden.

Bei Hitlers Besprechung mit Göring, Kel- tel, Rosenberg und Bormann vom 16. Ju- li 1941 nahmen diese Pläne deutlichere Formen an.

Grundsätzlich Kommt es also darauf an, erklärte Hitler,den riesenhaften Kuchen hanggerecht zu zerlegen, damlt wir ihn er- ste cherrschen, zweitens verwalten und drittens ausbeuten können. Die Bildung einer militärischen Macht westlich des Urals darf nle wleder in Frage kommen, und wenn wir

hundert Jahre darüber Krieg führen müß- ten. Eiserner Grundsatz muß sein und blei- ben: Nie darf erlaubt werden, daß ein ande- rer Waffen trägt als der Deutsche!

Der Führer betont, das gesamte Balten- land müsse Reichsgebiet werden. Ebenso müsse die Krim mit einem erheblichen Hin- terland(Gebiete nördlich der Krim) Reichs- gebiet werden. Die Krim müsse von allen nichtdeutschen Bewohnern geräumt und von den Deutschen bevölkert werden.

Hitler wollte das ganze Europa bis zum Ural germanisieren und jenseits des Urals gemeinsam mit Japan soviel Einfluß gewin- nen, daß sich auch dort keine natlonale Ein- heit mehr bilden konnte.

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Die im Besitz der Deutschen Bank befind- Uche Flick-Nachfolgegesellschaft Feldmühle Nobel AG hat der jüdischen Zentrale für Entschädigungsleistungen(Claims Confe- rence) fünf Millionen Mark wegen der Be- schäftigung von Zwangsarbeitern während des Zweiten Weltkriegs bezahlt. Die Zahlung erfolgte nach Angaben der Gesellschaftaus humanitären Gründen und mit Zustimmung der Deutschen Bank.

Der Deutschlanddirektor der Claims Con- ference, Ernst Katzenstein, sagte vor Jour- nalisten, mit der Zahlung der fünf Millionen Mark sei das Problem der Entschädigung deutscher Konzerne für die in der NS-Zeit beschäftigten Sklavenarbeiter voraussicht- lic) geschlossen.

D Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin(West), Heinz Galinski, sagte, er empfinde keinerlei Genugtuung,daß nach 40 Jahren ein Almosen in Form einer Ab- schlagszahlung für die ehemaligen Zwangs-

arbeiter gegeben werde. Dies sei keine Ent-

schädigung. Viele der Betroffenen seien nicht mehr am Leben, es müßten auch ihre Wit- wen und Kinder berücksichtigt werden. Es sei bedauerlich, daß 40 Jahre bis zu dieser Zahlung vergangen seien.

Galinski erhielt nach seiner Kritik an dem SSU-Bundestagsabgeordneten Hermann Fell- ner, der die jüdischen Forderungen alswe- der rechtlich noch moralisch begründet be- zeichnet und geäußert hatte, es könne der Eindruck entstehen, die Juden meldeten sich immer dann zu Wort, wenn in deutschen

Kassen Geld klingele, zahlreiche Schmäh- briefe mit antisemitischem Inhalt.

Die Zentrale der Claims Conference in New Vork hatte am 18. Dezember 1985 die Deutsche Bank als neue EFigentümerin des Flick-Konzerns in einem Brief darauf hin- gewiesen, daß im Gegensatz zu anderen deutschen Konzernen Flick nicht zu einer Entschädigungsregelung bereit gewesen sei.

1964 war zwischen der Claims Conference und dem Konzern bereits ein Vertrag über die Zahlung der fünf Millionen Mark aus- gehandelt worden, der aber von Flick nicht erfüllt wurde, wie Katzenstein berichtete.

Der Sprecher der Feldmühle Nobel AG in Düsseldorf sagte, das Unternehmen betrach- te die Regelung in Ubereinstimmung mit der Slaims Conference als humanitäre Lösung. Der Vorstand der Gesellschaft erklärte zu- dem, die Vorwürfe gegen den Firmengrün- der, Friedrich Flick sen., beruhten auffal- schen Voraussetzungen.

Auch der Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland, Werner Nachmann, der die Zahlung des Geldes begrüßte, legte in einer Stellungnahme Wert darauf, daß es sich dabei nicht um eineWiedergutma-

chungszahlung handele. Nachmann äußerte sichbitter enttäuscht über die politische Diskussion, die sich an der Entschädigungs- forderung entzündet hatte. Dieses Kapitel sei auch nach der Zahlung noch nicht erle- digt.