Heft 
(1985) Nr. 6. Juli 1985
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Lagergemeinschaft Auschwitz V Freundeskreis der Auschwitzer e.V.

Der ehemalige. Oberleutnant der Wehrmacht(Bild) vurde der Beihilfe zum Totschlag in fünf Föllen für Schuldig befunden und zu drei Lahren Freiheitsstrafe verurteit. In Uber- einstimmung mit dem Staatsans- walt, der acht Jah- re Haft wegen Tot- chlags verlangt hatte, verwarf das Gericht die ursprüngliche Mordankla- ge

Die Opfer waren im April 1945 von Ju-

Drei Jahre Haft für ehemaligen Oberleutnant

waldshut-Tiengen(dpa). Vierzig Jahre nach der Erschießung von acht litaui- schen Zwangsarbeitern im südbadischen Kleinen Wiesental hat das Landge rĩcht Waldshut Fiengen den 69jährigen Rentner Kurt Rahäuser Meuried/Or- tenaukreis) als Befehlsgeber zur Rechenschaft gezogen.

nach dem Bau von Stellungen am Süudhang des Schwarzwaldes erschos- sen worden. Die 16 bis 17jährigen wa- ren zuWerwölfen erklärt worden und sollten nach der Besetzung im Rücken des Feindes militärisch ope- rieren. Dazu war es nie gekommen. Nach Auffassung der Schwurgerichts- kammer hatte der Angeklagte, der je- de Verantwortung für den Tod der Zwangsarbeiter bestritt, den als ver- brecherisch bezeichneten Befehl zur Erschießung von fünf der Opfer er- teilt.

Das Gericht berücksichtigte, daß Ra- häuser seinerseits auch in einerBe- fehlstruktur eingebunden war, ein Befehlsnotstand für ihn wurde jedoch

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Decccke

gendlichen einer Volkssturmgruppe

verneint.

Kriegsverbrecher reisen ab

WASHINGTON, 1. Mai(AFP). Zwei an den Judenverfolgungen des Zweiten Weltkriegs beteiligte Kriegsverbrecher naben freiwillig die USA verlassen, um einer drohenden Strafverfolgung zu ent- gegen. Dies teilte die dem Justizministe- rum angeschlossene US-Sonderbehörde für Nachforschungen über in den USA le- bende Ex-Nazis mit. Seit der Gründung des Office for Special Inquiry(OSl) im Jahr 1978 sind damit insgesamt acht Kriegsverbrecher von den USA ausgewie- en oder zum freiwilligen Verlassen des Landes aufgefordert worden.

Der heute 83jährige ehemalige Bürger- meister von Hirschberg, Paul Blumel rei-

BUlbacher Zeitung

PETERJURGEN BOOCK, ehemaliges RAFMitglied und vom Oberlandesge- richt Stuttgart zu einer Strafe von drei- mal lebenslang und 15 Jahren Haft vfü teiſt, hat äus Afaß dés Jahrestages des Stuttgarter Urteilsspruches ein Solidari: tätsschreiben von Heinrich Albertz, Hein- rich Böll, Wolf-Dieter Narr, Horst-Eber- hard Richter und Klaus Vack erhalten. Die Autoren bezeichnen darin das Urtei! gegen Boock alsmaßlos und setzen sich für eine Revision des Richterspruches

Ste in die BundesrepubH Peutschſand

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aus, näcRdem er gegenüber dem OSf die hm zur Last gelegten Taten bestätigt hatte. Blumel, der 1930 in die NSDAP ein- getreten war, gab zu, daß er während sei- ner Amtszeit als Bürgermeister von Hirschberg in den Jahren von 1934 bis 1938 alle Dekrete zur Judenwerfolgung Strikt angewandt habe. Nach dem Ein- marsch der deutschen Truppen in der So- jetunion wurde er in der Ukraine zum

Bezirks-Kommissar ernannt und über- wachte die Hinrichtung Lan mehreren tausend Luden. Bei dem anderen über- kührten Kriegsverbrecher handelt es sich um den aus Litauen stammenden 64jähri- gen Kanadier Juozas Kisielaitis, der an den Judenverfolgungen in seiner damali- gen Heimat beteiligt war. Er ging nach Kanada zurück.

Frankfurter Rundschau

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