Lagergemeinschaft Auschwitz V Freundeskreis der Auschwitzer e.V.
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„Polen und wir
Ursache und Wrkung trennen
För cie Bevolkerung der Volksrepubli polen gab es in diesem Janusr zwei Ge cenktage, die zum Bestandteit der polni chen Geschichte geworcen sind Am 17 Jonbar vor 40 Jahren wurde Warschas be freit, zehn Tage spoier das Konzentrs Uons ond Vernichtungslager Abschwitz Am 27. Januar 1945 befreiten sowjeti che Soſdaten die wenigen Uberlebenden. „on denen viele spoter an Entkrattung
starben. Aoch fur sie kam oer Tag oer
eit zo pöt rschab war die erste Stadi, die wh 5 oe 2 weiten Welikrieges ohne öck
sicht aof die wehrlose Zivilbevolkerung dombarieri vrce— im Sepiember 1939 Die zweite Staot war Rotierdam. dann folgten Conventty. Manchester und andere enlische ndostriezentren mit vielen hon der ioten Zivilisten. Erst donach griften britische Bomber deutsche Stadte an— eoerst Lobeck, dann Koln uno gegen Ene des Krieges, im Febroar 1945, schließlich Oresden, in dem Zehntoosende von deot chen Flöchtlingen auf dem Weg nach Westen Unterschlupf gefonden hatten Qberall kamen ungezohlte Menschen om Jedenkt man ihrer, moß nach den Ut „chen gefraqt werden. Wie isnes dazo ge ommen? Oie Antwortst historisch ein ſoch. Ohne den Enischloß der Naziregie- ong, die Welt mit einem Krieg 2u öber- ziehen, hötte es keinen Toten in Warschao. Conwenty, Rotierdam, Dresden gegeben. Ohne die in ihrer menscherverachtenden Brotalitst nicht zo unierbietende s0oge nannte Endlösung der Jocentrage hatte es nicht Abschwitz, Majdanek gegeben, wren nicht in Sobibor, Belzec, Treblinkz Ein- richtungen gebaut worcen, die nur eine Aofgabe hatten: Joden hinzumorden Ohne die Verfolgung von Kommonisten. listen. Christen, Freimaurern, Schw. igeunern uno Minderheiten woten Oachau. Buchenwald. Ravensbröck. Neuengamme, Sochsenhaesen und wie cie anderen Konzentrationslaget hießen eni- standen. Ohne den allein von den Mazis vom 2 aun gebrochenen Krieg hotie es ooch nicht Drescen gegeben. ja nichtein- mol cie Bomben aof Freiborg im Mai 1940— oeutsche Bomben obrigens. irt tomlich abgeworten ono von den Nazis als Vorwand för Angritte aut englische Stsdie mißbraucht. Opne cen UOberfall vol Polen hatte es keine Vertreibong ge geben. weder der Polen aus ihten Os1 brovnten durch die USSR noch die vet weibong der Debtschen zos den ftuperen Os Gebieten. die jetzi o Polen gehoren Ursoche und Wirkung mössen vonein- onder getrennt werden. Erst dann konnen wir begreiten, warum sich Mitteleoropa 30 entwickelt hat, wie es jetzt aussieht. Des
halb istes unredſich, unhistorisch und un- moralisch, die Opfer gegeneinander aufzu rechnen— öbrigens aoch die Toten cer Fronten. Weil deutsche Armeen fast ganz Eoropa angegriften und unterjocht haben. moßiten die anderen Völker in den Krieg ziehen. Sie handelten unter Zwang, einem Zwang, der von Deutschland ausging. Die Jogend⸗in allen vom Zweiten Weltkrieg heimngeschten. Staaten ist nicht schuldig. hrer Geschichte schamen mössen sich aber die Debtschen. Ohne die Nazis gabe es heute keine Mauer in Berlin und keine nnerdeutsche Grenze, hotte es 1945 aoch nicht Milionen von Witwen und Waisen gegeben. Wer im 40. Jahrestag seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Deutsch- land Jote gegen Tote. Warschau gegen Köln, BHotterdam gegen Dresden aofrech- nei, cdem sollten diese Zusammenhonge klargernacht wercden. Nicht um Schuld- geföhle bei jungen Leuten zu erzeogen. sondern um qie geschichtlichen Zusam- menhange deutlich zu machen, in der Hoffnong auf Versõhnung und damit nie Nieder Krieg von Deutschland ausgeht. Zweimal— 1914 und 1939— oas sollte reichen. Heiner Lichtenstein
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Weiter um die Aufklärung von NS-Verbrechen bemüht
Bei Zentralstelle noch Vorermittlungen in 134 Fällen anhängig
LUDWIGSBURG. 7 Mei(AP). Insge samt 134 Vorermittlungsverfahren waren am 1. Januer dieses Jahres noch bei der Zentralstelle zur Aufklärung nationalso- zialistischer Verbrechen anhängig. Wie die Behörde in Ludwigsburg am Pienstag mitteilte. waren zu diesem Zeitpunkt bei Staatsanwaltschaften und Gerichten der Bundesrepublik ferner Verfahren gegen 1274 Personen im Gange Vor einem Jahr belief sich diese Zahl auf 1542.
Die von den Staatsanwaltschaften seit Mai 1945 im Gebiet der heutigen Bundes- republik eingeleiteten Ermittungen M
richteten sich gegen insgesamt wie aus der neuesten Statistik weiter hervorgeht Rechtskräftig Lerurteilt Wurden bis zum 1. Januar diesẽ 8 ersonen davon(bis zur Abschaffung der es strafe 1949) zwölf xum Tode, 160 zu einer lebenslangen Freiheitastrafe. 6191 zu zeit- lich begrenzten haftstrafen. 114 2u Geld- strafen und einer nach dem Jugendrecht
Ohne Bestrafung wurden die Verfah-
rei Eẽ̃ẽñ Taonen abgeschlo
Dies gescheh et durch Nichteröfinung der Hauptverhandlung. Einstellung durch Gericht oder Staatsan- waltschaft oder durch den Tod des Be schuldigten. Die Zentralstelle erläutert an dieser Stelle jeweila. beim Vergleich die
ser Zahl mit dem Anteil der Verurieilten sei zu berücksichtigen. daß die Staatsan- weltschaften in einer Vielzahl von Ver- fahren ganze Finheiten und Dienstatel len. deren Angehörige für eine Tatbeteili gung in Frage gekommen seien. systeme üisch überprüft hätten. Fine förmliche Be schuldigung sei auch die Voraussetzung gewesen, um vorsorglich eine Unterbre- chung der drohenden Verjährung zu er- reichen.
Die Zentralkartei in der Zentralstelle in Ludwigsburg— die Mamen-, Orts- und Finheitenkartei— enthielt am 31. De- zember 1984 1 343 209 Karten. Im Jahr zuwor waren es noch 1 353 300 gewesen. Dieser Rückgang. 0 erläuterte die Be hörde, beruhe darauf. daß anläßlich der
rtragung der Zentralkartei auf Film im vergangenen Jahr“ Angaben zu Perso- nen auf weniger Karten zusammengefaßt worden seien. Aus diesem Anlaß sei auch eine genaue Zählung vergenommen wor den. Erfaßt sind auch 16 504 Tatorte Die Dokumentensammlung umfaßte Ende vergangenen jahres rund 327 650 Blatt Von diesen Unterlagen machen nicht nur Justizbehörden Gebrauch: Im vergange nen Jahr bearbeiteten die Mitarbeiter in Ludwigsburg unter dem neuen Leiter der Zentralstelle. Oberstaatsanwalt Afred Streim. i t 1075 Per danfragen Non Behörden außerhalb der Justiz“


