Heft 
(2023) 2/2023. Dezember 2023
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Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 29

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Gradowskis Handschrift:

Bodner wur dufiir hekunnt, dass er veyChiedene Waren Kaufte. Eines Jages Kam ein polnischer Mann in Bodners Hals mit einer Hasche, die Zettel ent- hielt, auf denen in Kleiner Handschrift Prinnerungen geschrieben waren(... Bodner Kaufte natiirich die Husche. Er ind Chuim Wolnerman sprachen beide Spruchen fließend. Sie nahmen die Zet- lel als der Hasche und begannen vie zu lesen.(..) Wir bewahrten die Notizen in inserem Haus auß und die einzigen Menschen, die wissten, w0 sie sich he- funden, waren ich, mein Mann und Libl hyisch. Am Vag bevor Wolnerman Owiecim verließ, verchwunden die Nolizen. An diesem Jag war Bodner in Krakau und ich wur allein zu Haluse. Als ich erfuhn dass die Wolnermans am ndchsten Jag abreisen wlirden, belam ich ein Komisches Gefiihl. Ich ging zu dem Schrank, in dem die Notizen ver- Secht wauren, und vtellte mit Schrecken ſest duss vie lind die Hasche verchwun- den wuren.(S. 71 f.)

Das Freignis könnte sich auf An- fang Oktober 1945 datieren lassen, da Chaim Wolnerman sich nach einem mehrtägigen Aufenthalt in Prag, wo ihm auf der Durchreise bereits

Kaufangebote für das Manuskript ge- macht worden seien, am 13.10.1945 als Displaced Person(DP) in Lauf an der Pegnit? registriert hatte. Ihm wurde dort eine Vier-Zimmer-Wohnung in der Goethestraße 52 zugewiesen, die er kur? darauf gemeinsam mit seiner Frau, deren Schwester, Frisch und zwei weiteren Frauen bezog und die 1946 Sit? der jüdische DP-Gemeinde wurde (deren erster Vorsitzender Wolnerman war).

Lola Bodner schreibt weiter, dass sie Wolnerman am selben Tag bei der Polizei anzeigen wollte, ihr aber davon abgeraten worden sei. Des Weiteren Stellt sie Libl Frisch als den eigentli- chen Dieb dar:Jhre splter in Irdel trafen wir Libl Prisch auf einer Zusum- menkunft ehemaliger Oswiecimer(...). Py lief auf Bodner zu, m ihn 2 hegriißen, aber Bodner wendele sich ab ind sugte. Jch will dich nicht sehen. Nach allem, wus ich für Dich getan habe, hast Du mich hestohlen. Ich wil nichts mit dir ⁊u un hahen.*

LeonLibl* Frisch(1920-1962) war am 4.5. 1945 aus Groß-Rosen nach Oswiecim zurückgekehrt und lebte bis Ende September 1945 in derselben Wohnung in der Krakowska Straße 10