Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 3
Liebe Mitglieder,
liebe Sympathisantinnen und Sympathisanten
Vor 75 Jahren- am 10. Dezember 1948— beschloss die UN-Vollversam- mung mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte das„Grundge- set? der Menschheit“(FR 9./10. 12. 2023). Aber es gibt keinen Grund in Feierstimmung zu geraten. Verbre- chen gegen die Menschheit lassen sich bei Russlands Krieg in der Ukrai- ne beweisen und auch bei gewaltsa- men Auseinanderset?zungen und Ver- treibungen in vielen Ländern der Erde. Und nun der 7. Oktober: Die bestialischen Morde der Hamas- Terroristen beim Uberfall auf israeli- sche Gebiete, die Vergewaltigungen, Demütigungen und die Verschlep- pung von Geiseln jeglichen Alters sind eines der grausamsten Vergehen gegen die 1948 formulierten Men- schenrechte. Obendrein filmten und fotografierten die Täter ihre Untaten und schickten die Bilder samt ihrer Freudentänze um die Leichen ihrer Opfer über die Smartphones in die Weltõffentlichkeit(Siche unsere Er- klärung auf der Seite links).
Keine ernst?unehmende Stimme zweifelt daran, dass die Hamas ganz bewusst kalkuliert hat, wie massiv die Gegenwehr Israels ausfallen wird- mit militärischen Angriffen auf den Gaza- Streifen und mit vielen zivilen Opfern unter der palästinensischen Bevölke- rung. Die Hamas-Marodeure als Frei-
heitskämpfer zu bezeichnen und die Schuld für den Krieg in Nahost bei den Opfern des Terroranschlags vom 7. Oktober zu suchen, ist eine bizarre Verdrehung der Wahrheit.
Jetzt- nach mehr als zweimonati- gem Krieg- haben in Gaza(Stand 20. Dezember) um die 20.000 Zivilisten ihr Leben verloren und Hunderttau- sende sind vertrieben worden; ihre Wohnungen wurden zerbombt, und die Menschen leben in existentieller Unsicherheit in Notunterkünften oder unter freiem Himmel. Israel droht die Unterstüt?ung seiner wich- tigsten Verbündeten zu verlieren- Selbst die USA fordern die israelische Regierung und das Militär offen zu einer Anderung der Kriegsführung auf und insbesondere den Schutz der Zivilbevõlkerung Zu berücksichtigen.
Die Hoffnung, dass ein gewaltfrei- es Zusammenleben von jüdischen Israelis und Palästinensern möglich sein wird, ist nicht weit verbreitet. Aber es gibt noch Menschen, die sich dafür engagieren. Die jüdisch-palästi- nensische Graswurzelbewegung Stan- ding Vogether, die seit 2016 für Frie- den, Gleichheit und soziale Gerech- tigkeit mobilisiert, ist überzeugt, „dass Frieden möglich und nötig ist*, wie das Leitungsduo Rula Daood und Alon-Lee Green betont?. Auch wenn
* die tageszeitung(taz) 9. 12.2023, und Hrankfurter Kundschau 13. 12. 2023


