2 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer
Gegen Judenhass und Antisemitismus
Die Lagergemeinschaft Auschwit? — Freundeskreis der Auschwitzer ver- urteilt aufs Schärfste den brutalen An- griff der palästinensischen islamisti- Schen Terrororganisation Hamas vom 7. Oktober 2023 auf Israel mit seinen grausamen Massakern, Massenent- führungen und vergewaltigungen, Fol- terungen und Leichenschändungen und erklärt sich mit den Opfern und ihren Familienangehörigen sowie dem Staat Israel solidarisch, dessen Exi- Sten?- und Selbstverteidigungsrecht nicht Zu relativieren ist.
Die Angst vor erneuten Pogromen und dem weiterhin verbreiteten Anti- Semitismus veranlasste die Mehrheit der Uberlebenden der Shoah und ihrer Nachkommen, Buropa in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg Zu verlas- Sen. Mit ihren Gewaltakten wollte die Hamas Jüdinnen und Juden weltweit erneut traumatisieren und ihnen vor- führen, dass es wieder einen Holocaust geben kann. Dieser Jerror ist durch nichts gerechtfertigt und kann durch nichts relativiert werden.
Als Verein, der von Auschwitz- Uberlebenden gegründet wurde, den- ken wir insbesondere an die Uberle- benden der Shoah in Israel, die um ihr Leben fürchten müssen und zum Teil erneut vertrieben wurden. Die 86jähri- ge Uberlebende der Konzentrationsla- ger Ravensbrück und Bergen-Belsen, Emmie Arbel, fand sogar Zuflucht an ihrem ehemaligen Leidens-Ort und lebte nach dem Hamas-Angriff kur?- zeitig in der Gedenkstätte Ravens-
brück(„Haus der Uberlebenden“ der Lagergemeinschaft Ravensbrücky.
Seit dem 7. Oktober hat sich die An- zahl antisemitischer Vorfälle in West- europa erschreckend vervielfacht. Dass Sie auch in Deutschland drastisch Zuge- nommen hat, erfüllt uns mit großer Wut. Gleichzeitig sind wir empört und traurig, dass Juden und Jüdinnen an- gepöbelt, beschimpft, beleidigt und be- droht werden- nur weil sie jũdisch sind. Dies geschieht öffentlich in Schulen, in Bussen und Bahnen, auf Straßen und Plätzen- und viele„Nicht-Betroffene“ Schweigen dazu. Wir appellieren, dies nicht Zu akZeptieren und den Mut auf- zubringen, sich offen solidarisch auf die Seite der Geschmähten zu stellen.
Wir stimmen mit Jürgen Habermas, Nicole Deitelhoff, Rainer Forst und Klaus Günther überein, wenn sie in den „Grundsätzen der Solidarität“(veröf- fentlicht am 13. 11. 2023) sagen:
„Mit dem demokratischen, an der Verpflichtung zur Achtung der Men- Schenwürde orientierten Selbstver- Ständnis der Bundesrepublik verbindet sich eine politische Kultur, für die im Lichte der Massenverbrechen der NS- Zeit jüdisches Leben und das Fxisten?- recht Israels zentrale, besonders schüt- zenswerte Blemente sind. Das Bekenntnis dazu ist für unser politi- sches Zusammenleben fundamental. Die elementaren Rechte auf Freiheit und körperliche Unversehrtheit sowie auf Schutz vor rassistischer Diffamie- rung sind unteilbar und gelten glei— chermaßen für alle.“.


