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24 Verantwortlichkeit vor der Geschichte
einer grimmigen Ironie als„Opfer des Antifaschismus“ bezeichnen könnten. Schlimmer noch, daß es legislative Instanzen gibt, die nicht einsehen wollen, welches; Verhängnis damit heraufbeschworen wird. Jeder Beamte, der im Dienst gewissen Verlockungen nicht widersteht, jeder Angestellte, der einen Ratsucher oder Beschwerde- führer mit Grobheiten abfertigt, aber auch jeder Geschäftsmann, jeder Straßenbahnschaffner, jeder Polizist und Postbedienstete, der mit denen, die ihm ausgeliefert sind, Frechheiten statt Höf- lichkeiten tauscht, ist nicht nur deshalb zu tadeln, weil, wie Schleich so hübsch sagt, Sitte ohne Sittlichkeit wie ein am Sonntag ge- waschener Schornsteinfeger ist. Vielmehr ist jeder, der den Aus- ruf„Wie unter Hitler‘ herausfordert, eine politische Gefahr. Der Volksmund neigt zu Uebertreibungen, aber niemals ohne ein Körnchen von Wahrheit. Die nächste Stufe lautet:„Schlimmer als unter Hitler....“ Und wir müssen sagen, daß diejenigen, die aus Starrköpfigkeit oder Torheit nicht Remedur schaffen wollen, uns nicht wertvoll genug sind, als daß wir uns nachher für die Folgen bei ihnen bedanken möchten. Die Atavismen des Obrigkeitsstaates,
, Formularzwang, Vorschriftenunwesen, das statt einer
Sache dem Strebsamkeitsnachweis des Bürokraten oder der schika- nösen Ueberwachung der Bürgerschaft dient, müssen endlich mit ihren Keimen augerottet werden. Es darf nicht den leisesten An- schein haben, als sei irgend jemand in Deutschland am Werke, einen totalitären Staat durch einen anderen zu erseten. Wie soll- ten wir erwarten können, daß andere uns trauen, wenn wir ein- ander selbst nicht trauen dürfen? Von Abraham Lincoln stammt
der Sag:„Gott muß das gewöhnliche Volk sehr lieben, sonst hätte
er nicht soviel davon geschaffen.“ Der Leute, die aller Demokratie gefährlich sind, weil sie’ Demokratie als das ausgeben, was ihnen gerade genehm ist, sind wir nun überdrüssig. Wir brauchen Leute, die, wie es Lincoln tat, das Volk zum Staate, den Staat zum Volke machen.
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