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Buchenwald : Mahnung und Verpflichtung ; Dokumente und Berichte / herausgegeben von dem Inernationalen Buchenwald-Komitee .... Redaktion: Prof. Dr. Walter Bartel [und 7 weitere]
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Für prominente Staatsgefangene war in der Nähe der Truppengarage eine frühere Wohnbaracke der SS in Einzelräume aufgeteilt und mit einer hohen, lückenlosen Mauer umgeben worden... Hier wurden vorübergehend bekannte französische Politiker untergebracht, und hier war auch die Prinzessin Mafalda von Italien festgehalten worden....!

Noch einige Worte über das Gustloff-Werk, diese riesige moderne Rüstungs- fabrik, die das Hauptziel des Luftangriffes am 24. August 1944 war und dabei vollständig zerstört worden ist. Mit ihrem Bau... wurde im Sommer 1942 be-

onnen. Zwei Jahre später waren 13 riesige Fabrikhallen in Betrieb, in denen etwa 5000 bis 6000 Häftlinge beschäftigt wurden, die in zwei Schichten Tag und Nacht arbeiten mußten. Hergestellt wurden in der Hauptsache Lafetten für Feldgeschütze, automatische Gewehre, Revolver und Einzelteile für die V-Waffen, deren Bau von der SS in der Hauptsache mit Zwangsarbeitern in

Buchenwald und seinen Außenlagern betrieben wurde... Prof. Dr. Gerhard Harig

Das war Buchenwald!- Ein Tatsachenbericht. Leipzig, o. J., S. 24-28.

Falkenhof

Zur Unterhaltung und Zerstreuung des neuzeitlichen nazistischenAdels wurde auf Befehl des Reichsführers SS, Himmler, der Falkenhof gebaut. Es war eine Gruppe von Blockhäusern, in denen Adler, Falken, Habichte und andere Raubvögel untergebracht waren, die zum Teil auch zu Jagdzwecken benutzt werden sollten. Zum Bau dieser Blockhäuser wurden nur ausgewählte starke Eichenstämme benutzt, und die Ausführung war architektonisch wunderschön. In der Mitte befand sich eine Kaminhalle in gotischer Bauart, möbliert nach alten Musterstücken, in Juxuriöser Ausführung.

Das alles konnten sich die nazistischen Banditen erlauben, da die Arbeit von Häftlingen kostenlos durchgeführt wurde, und es spielte gar keine Rolle, wenn täglich eine Anzahl der Häftlinge tot ins Lager gebracht wurde. Die Kameraden mußten im Falkenhof tagtäglich von früh bis abends mit leerem Magen die schwersten Arbeiten unter der Knute der SS durchführen. Nur wenige haben es überlebt.

Nach Fertigstellung war im Falkenhof ein ständiges Arbeitskommando in Stärke von sechs bis zehn Häftlingen zum Füttern und Reinigen eingesetzt. Ver- wundungen durch Bisse und Festkrallen der Raubvögel, die fast immer Blut- vergiftungen zur Folge hatten, waren dieBelohnung für die anstrengende Arbeit, bei der die SS mit Schlägen nie gespart hat.

Zum Falkenhof gehörte weiter ein Tiergehege, in dem Hirsche, Damhirsche, Rehe und Wildschweine, ein Muffel, Füchse, Fasane, Pfaue, Hühner, Kaninchen, Eichhörnchen und noch andere Tiere gehalten wurden. Außerhalb des Falken-

1 Auch Rudolf Breitscheid war hier eingesperrt. Vgl. S. 212.

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