Druckschrift 
Buchenwald : Mahnung und Verpflichtung ; Dokumente und Berichte / herausgegeben von dem Inernationalen Buchenwald-Komitee .... Redaktion: Prof. Dr. Walter Bartel [und 7 weitere]
Entstehung
Seite
17
Einzelbild herunterladen

vr

Edel sei der Mensch, hilfreich und gut

Nahe der Stadt, in der Deutschlands größter Dichter lebte, errichteten die Nazis auf dem Ettersberg ein Konzentrationslager.

Weimar war bis dahin in der Welt bekannt als die Stadt, in der Lucas Cra- nach d. Ä., Johann Sebastian Bach, Christoph Martin Wieland, Gottfried Herder, Friedrich von Schiller, Johann Wolfgang von Goethe und Franz Liszt lebten und unvergängliche Werke schufen. Durch Buchenwald wurde Weimar aber auch zur Stätte des Grauens, des Verbrechens, der Barbarei, der Schande für die Faschisten und zum Symbol der Kraft, der Solidarität, des Widerstandes der Antifaschisten, die einen neuen, einen kämpferischen Humanismus ver- körperten.

Auf jenem Berg, unter seinen Buchen, erging sich Goethe. Hier entstand des Wanderers Nachtlied. Nicht nur Goethe suchte den Ettersberg auf, sondern auch die Weimarer Gesellschaft traf sich dort, um sich zu erholen. Von 1776 bis 1780 wurde auf der Bühne des Ettersburger Schlosses Theater gespielt. Auf dieser Bühne trat bei der dritten Aufführung derIphigenie am 12. Juli 1779 Corona Schröter in der Titelrolle auf, Goethe verkörperte Orest. Unter den Bäumen des Ettersberges stellten beide ein Jahr späterAdolar und Hilaria dar.

Im Schloß Ettersburg weilte Friedrich Schiller als Gast. Hier konnte er im Frühjahr 1800 sein SchauspielMaria Stuart vollenden.

Auch Herder suchte die Wälder des Ettersberges auf, um Ruhe und Erholung zu finden. Auf diesen Spaziergängen entstand sein Wintergedicht.

Goethe erinnerte sich am 26. September 1827 gern an das muntere Treiben auf dem Eittersberg. Sein Sekretär Eckermann berichtet uns, daß sie auf den Ettersberg fuhren, Versteinerungen suchten und philosophierten.

Ich war sehr oft an dieser Stelle, sagte Goethe, ‚und dachte in späteren Jahren sehr oft, es würde das letzte Mal sein, daß ich von hier aus die Reiche der Welt und ihre Herrlichkeiten überblickte. Allein es hält immer noch einmal zusammen, und ich hoffe, daß es auch heute nicht das letzte Mal ist, daß wir beide uns hier einen guten Tag machen. Wir wollen künftig öfter hierher kommen. Man verschrumpft in dem engen Hauswesen. Hier fühlt man sich groß und frei, wie die große Natur, die man vor Augen hat, und wie man eigentlich immer sein sollte.

Ich übersehe von hier aus, fuhr Goethe fort, ‚eine Menge Punkte, an die sich die reichsten Erinnerungen eines langen Lebens knüpfen. Was habe ich nicht drüben in den Bergen von Ilmenau in meiner Jugend alles durchgemacht! Dann dort unten im lieben Erfurt, wie manches gute Abenteuer erlebt! Auch in

2 Buchenwald 17

nn

t

age

SarE-

ee rer

F } I 4 IR IN } hr N l }

u

Eee

en ea

a u nl, Rn MD ELLE u er nt ee ee£,

ee ee a

A

en