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Getrennt erzogene EZ 149
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also gegen 28 Pfund und damit beinahe 25% des Gewichts von Mary, die deutliches Unter- gewicht und schwache Entwicklung der Muskulatur zeigte. Mabel ging in aufrechter Haltung und mit männlichem Schritt, ihre Bewegungen waren sicher und rasch; Mary hielt sich weniger aufrecht, hatte einen mehr frauenhaften Gang, war langsamer in ihren Bewegungen und mehr geneigt, stillzusitzen und Anstrengungen zu vermeiden. So zeigte sich der Unterschied in der körperlichen Beschaffenheit größer als in jedem anderen der beschriebenen Zwillings- fälle; insbesondere ging der Unterschied im Gewicht weit über das hinaus, was sonst bei EZ vorkommt. Bei der Intelligenzprüfung schnitt Mary mit einem Intelligenzquotienten von 106,2 recht gut ab, ganz wesentlich besser als Mabel mit 88,5. Der Unterschied ist über 3mal so groß als der von NEWMAN an 50 Paaren gemeinsam erzogener EZ errechnete durchschnitt- liche Unterschied. Der Unterschied geht gewiß zum Teil auf den ungleichen Bildungsgrad ‘der beiden Mädchen zurück, ist aber trotzdem wesentlich größer als man erwarten möchte, In einem der Tests, der sich hauptsächlich an den gesunden Menschenverstand wendet und die Einflüsse der Bildung nicht so zur Geltung kommen läßt, waren die Leistungen allerdings nur wenig verschieden, Bei der Untersuchung des Gefühls- und Willenslebens gaben zwei Tests recht große Unterschiede, drei andere verhältnismäßige Übereinstimmung.
Die Unterschiede der beiden Zwillinge erscheinen also nach den Ergebnissen der Test- untersuchungen als recht groß. Dennoch hat NEWMAN das Gefühl, daß die ermittelten Zahlen kein voll zutreffendes Bild geben; trotz der deutlichen und starken Wirkungen der Umwelt hält er immer noch die Kraft des Erbgutes für größer.
Bild 92, Die Zwillinge Edith und Fay.(Nach Newman, 1932.)
Fall 5, Die Zwillinge Fay und Edith waren die ersten Kinder eines sehr jungen Paares; der Vater war 18, die Mutter 17 Jahre alt, als die Kinder geboren wurden. Die Eltern ver- suchten zuerst, sich mit den Kindern durchzubringen, gaben sie aber dann doch an zwei ver- schiedene Familien ab; die Kinder wußten nichts voneinander, Ihr erstes Zusammentreffen kam auf eigenartige Weise zustande: Als Edith im Laden ihres Pflegevaters mithalf, ver- suchte ein Geschäftsreisender, der den Laden besuchte, ein freundliches Gespräch mit ihr anzufangen, wie wenn er sie gut kennen würde. Als sie ihn zurückwies, fragte er, ob sie denn nicht Fay R. sei. Sie sagte, sie kenne niemand dieses Namens, worauf er ihren Pflege- vater fragte, Dieser teilte ihm mit, daß seine Pilegetochter tatsächlich eine Zwillingsschwester dieses Namens habe. Fay war vom Nachbar des Besuchers, mit dem er in freundschaftlichen Beziehungen lebte, adoptiert worden. Natürlich wurde bald eine Zusammenkunft der beiden
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