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Vom Leben, Kampf und Tod im Ghetto Warschau / Josef Wulf
Entstehung
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Anhang°®)

An das Jüdische Wissenschaftliche Institut An den Jüdischen Pen-Klub

An Shalom Asch, H. Leiwick°, J. Opatoshu®°), Dr. Rafael Mahler°*) New York

Teure Freunde! Wir schreiben euch zu dem Zeitpunkt, an dem 95®/o der polnischen Juden bereits in den Gaskammern und Schlachthäusern von Treblinka, Sobibor, Chelmno und Auschwitz umgekommen sind oder bei den unzähligen Vernichtungsaktionen in Ghettos und Lagern hingemordet wurden. Aber auch das Schicksal der wenigen Juden, die heute in den Konzentrationslagern noch gequält werden, ist besiegelt. Vielleicht bleibt ein kleines Häufchen am Leben. Jene nämlich, die in arischer Umgebung ein illegales Leben in dauernder Todesgefahr führen oder die, welche sich wie gejagte Tiere in den Wäldern verkrie- chen. Ob aber einer von uns, die wir in der Untergrundbewegung tätig sind und unter besonders harten Bedingungen arbeiten, überleben wird? Daran zweifeln wir. Deshalb wollen wir euch auf diesem Wege kurz über uns und unsere Arbeit, durch die wir mit euch verbunden sind, berichten.

... Unsere Losung war: Mit Würde leben und sterben!

In Ghettos und Lagern bemühten wir uns, dieser Losung zu entspre- chen. Es drückt sich in der weit verzweigten Kulturarbeit aus. Trotz größtem Terror, äußerstem Hunger und bitterster Not führten wir sie

78) Neustadt, Seite 307. Auszüge aus einem Bericht, den die jüd. Untergrundbewegung durch Kurier aus Warschau über London nach New York an dasJüd. Wissenschaftl. Institut schickte. Er wurde am 1. 3. 1944 geschrieben und u.a. von Dr. Emanuel Ringelblum mit unterzeichnet. Am 7. 3. 1944 entdeckte die Gestapo bei dem Polen Mieczyslaw Wolski das Versteck Dr. Ringelblums und anderer 35 Angehöriger der jüd. Intelligenz. Alle kamen ums Leben, darunter auch Dr. Ringelblums Frau Edith und sein 13jähriger Sohn Uri. Die polnische Exilregierung in London wollte Dr. Ringel- blum retten, und er stand mit 19 anderen jüdischen Persönlichkeiten auf einer Liste von Personen, die man im Januar 1945 illegal aus dem Generalgouvernement heraus- holen wollte. Dr. Ringelblum lehnt das jedoch ab.(Siehe dazu auch Dr. J. Shatzki inEmanuel Ringelblum Kapitel Geschichte(in yiddisch), Buenos Aires 1953, Seite VLVIM).

79) Bekannter Yiddisch-Dichter und Dramaturg in New York.

80) Yiddisch-Schriftsteller(Romane und Novellen), starb nach dem Kriege in New York.

81) Jüdischer Historiker. Lebt heute in Israel.

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