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dies nicht gewollt hatte, rührt man es nicht an. Man will„damit nichts zu tun haben“.
Es scheint, daß erst das Phänomen des Kommunismus der freien Welt allmählich den Sinn geschärft hat für die„Möglichkeiten“, die der Bürger einer totalitären Diktatur hat bzw. nicht hat. Als vor elf Jahren die fürchterliche Hinterlassenschaft Hitlers be- seitigt werden mußte, lebten viele unserer Richter und Umerzieher noch in der Vorstellung, es habe nur am„guten Willen“ der Deutschen gelegen, daß vieles geschehen konnte und manches unterblieb. Das war der„Aufarbeitung“ dieses Komplexes nicht eben zuträglich, um so weniger, als diese Vorstellung zu falschen Schlüssen führen mußte. Aber— die Welt hat hinzugelernt über manches, das die Zwischenzeit lehrte, und die Frage tritt auf: ob auch wir Deutschen zu wachen Sinnen gekommen sind in dieser Zeit, ob wir— ein jeder für sich selbst— das furchtbare Ge- schehen begriffen haben und ob wir, über die Geste einer rhe- torischen Verdammung hinaus, die Unerbittlichkeit der Fakten in unsere Existenz aufzunehmen, sie zu„verarbeiten“ bereit sind. Oder: ob wir, indem wir sozusagen geschlossenen Auges blind an diesen Vorgängen vorübergehen, den Verdacht mancher be- stätigen, die da meinen, das deutsche Volk„verdränge” das Lästige aus seinem Bewußtsein und gebe dadurch zu erkennen, daß es an dieser Frage versage.
Wissen und Bewußtsein kommen aus der gleichen Wurzel, und wer sich einer Sache bewußt werden will, muß um sie wissen wollen. Der Anspruch eines Volkes, als Kulturvolk zu gelten, wird allein legitimiert durch die Teilnahme aller seiner Glieder an den sittlichen Fragen der Zeit, durch gemeinsame Verantwortung und durch verbindliches Urteil. Der tragische Stoff dieses Buches, seine erschütternden Fakten werfen diese drei genannten Fragen an uns auf: nach unserer Teilnahme, unserer Verantwortung, un- serem Urteil. Der Deutsche also, dem es ernst ist um die Würde und Ehre seines Volkes, kann dem in diesem Buche abgehandel- ten Komplex nicht ausweichen, wird ihm nicht ausweichen. Es sollte die Begierde seines Geistes, seiner Seele sein, sich für einige Stunden dem Soge täglicher Geschäfte zu entziehen und die düstere Fahrt anzutreten zu den toten Seelen von Millionen seinesgleichen, die unschuldig hingemordet wurden, weil ein Tyrann es befahl, der in unserem Namen zu handeln vorgab. So
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