Weder ihm noch mir lag an einer exakten Auslegung des Begriffs„Sünde wider den Heiligen Geist“. Ich ver-
stand, was er meinte, und darin stimmte ich ihm zu.
Ich muß noch einmal auf die, wie mir scheint, wichtig- ste Frage zu sprechen kommen, die dieser Prozeß immer wieder bei allen Beteiligten auslöst: Wozu soll er eigentlich dienen? Diese Frage steckte auch in meh- reren Gesprächen über das Für und Wider eines Lokal- termins in Auschwitz, das ja inzwischen positiv ent- schieden wurde. Ein Pole sagte:„Man wird das sehr gründliche Bemühen bewundern, diesen horrenden Schmutz sauber auszukehren. Gewiß, man kann die Toten nicht lebendig machen und die Qualen nicht mehr lindern. Aber durch die Gründlichkeit der Pro- zeßführung, die in der Wahrnehmung eines Lokal- termins besonders eindrucksvoll in Erscheinung treten würde, reinigt sich der deutsche Staat. Man kann Gäste nur in ein gereinigtes Haus einladen.“ Ich fragte zu- rück:„Meinen Sie mit der Reinigung den Prozeß oder den Lokaltermin?“ Darauf antwortete er:„Den Prozeß als ersten, den Lokaltermin als zweiten Schritt, aber der wichtigste wird der dritte Schritt sein: das Nachdenken,
das der Prozeß auslösen muß, das Fragen und For-


