dem Arm, die bislang noch guten Glaubens war, weil sie einfach nicht für möglich halten konnte, was ge- munkelt wurde, erkennt plötzlich, woran sie ist. Ver- zweiflung packt sie, sie wirft sich einem jungen SS- Mann vor die Füße und fleht ihn an, wenigstens ihr Kind zu retten. Sie erinnert ihn daran, daß er doch wohl auch Frau und Kind habe und daß er sich erbarmen möge. Was soll er machen? Er stößt die Frau beiseite, drängt sie zu den andern in die Kammer. Plötzlich, im Moment, da sich die Türen schließen, springt er mit dem Schrei„Meine Frau! Mein Kind!“ mit hinein— und
wird mitvergast.
Ein anderer Zeuge erzählte vor Gericht, daß ein SS- Mann, der schon einem andern heimlich aus dem Lager geholfen hatte, auch ihm habe zur Flucht verhelfen wollen. Dies Mal aber faßte man ihn. Darauf wurde der SS-Mann Pesteck mit dem Zeugen zusammenge- kettet und durch das Lager geführt,„da war ein großes Erstaunen, denn das hatte man noch nicht gesehen, einen SS-Mann mit einem Juden verkettet“. Der SS- Mann wurde grauenhaft geschlagen und dann erschos- sen. Der Jude wurde drei Wochen lang„verschärft ver-
nommen“, das heißt abwechselnd verhört und gefol-
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