tert, man wollte Angaben über die Fluchtvorbereitun- gen aus ihm herausbekommen. Schließlich aber- er weiß nicht warum- hat man ihn nicht getötet, sondern in der Strafkompanie wieder eingesetzt. Die Folge war, daß alle Mithäftlinge sich vor ihm fürchteten und ihn mieden, weil sie glaubten, er müsse etwas ausgesagt haben, was der SS nützlich war, oder er sei verpflichtet worden, zu denunzieren. Beides traf nicht zu. Der Mann hat rätselhafterweise überlebt. Er leidet aber seitdem so an Verfolgungswahn, daß er keiner Zeitung ein Interview geben wollte. Zu uns gewann er Ver-
trauen.
Die Zeugen sagen übereinstimmend, daß fast alle SS- Leute irgendwo, irgendwann, gegen irgendwen einmal anständig waren. Selbst die übelsten Schläger hatten ihre„Schützlinge“. Man kommt angesichts solcher Tat- sachen auf allgemein menschliche Fragen, auf Zusam- menhänge, die uns alle betreffen. Ist es nicht, als ob auch der verbogenste Mensch- vielleicht muß man sa- gen, daß auch ein gänzlich verfremdeter Mensch- nicht ganz ohne Liebe leben kann? Es wird ja auch von Eich- mann und von Höß gesagt, sie seien„liebevolle Fa-
milienväter“ gewesen. Solche Überlegungen gingen


