möglich versucht, sich diesem Morddienst zu entziehen, immer konnte er es nicht. Oder war er der Retter deı etwa zweihundertfünfzig Arbeitsfähigen? Eigentlich kann man diese Frage nicht stellen, weil von Zuhilfe- kommen und Retten nicht die Rede sein kann. Ich schil dere Dir diese Szene aber, weil sie so besonders deut- lich die Ausweglosigkeit aufzeigt, in die die SS-Männer gerieten, wenn sie dem Teufel den kleinen Finger ge-
geben hatten.
Einen ganzen Tag war ich mit der Zeugin zusammen Sie war schwer nervenkrank, von Bitterkeit zerfressen. Ganz langsam und ganz leise versuchte ich, ihr auch die seelische Not jenes Arztes aufzuzeigen, der vor Gericht keinen brutalen Eindruck machte, wenn auch keinen heroischen. Als ich abends ihr Hotelzimmer verließ, weinte die Zeugin, aber sie war nicht mehr so hart.
Und endlich umarmte sie mich liebevoll und flüsterte:
„Might be you are right- vielleicht haben Sie recht.”


