kamen ins Erzählen, konnten nicht mehr aufhören, ha- ben dann trotz Schlafmittel nicht geschlafen, einer brach bei der Vernehmung am nächsten Tag zusam- men. Aber der gute Wille ist verstanden worden. Seit- dem laden wir die Zeugen nur nach der Vernehmung ein, gehen, wenn das Wetter es irgend erlaubt, mit ihnen spazieren, zeigen ihnen die Stadt oder das, was sie interessiert. Das ist sehr verschieden. Manche gehen gerne in den Zoo, andere sagen:„Nein, danke, von wilden Tieren haben wir genug...” Manche möchten das Goethehaus sehen und sind ganz angetan von dem Studenten der Germanistik, der uns führt und der so lebendig von Goethes Kindheit erzählt und zum Er- staunen der Zeugen aus den Ostblockstaaten„gar keine Propaganda für Demokratie dabei macht“. Solche son- derbaren Feststellungen und Beobachtungen sind wie Fenster in die andere Welt. Etwa auch wenn einer beim Einkauf bemerkt:„Wie freundlich sich die Leute hieı um den Kunden bemühen.“ Er äußerte dies, nachdem ein Angestellter von Opel eine halbe Stunde lang für ihn herumtelefoniert hatte, um ihm noch von irgend- woher die Ersatzteile für seinen Wagen aus dem Jahre
1953 aufzutreiben


