einer verschwindenden Minderheit die nationale Mehrheit mißhandelt wird. Ich bin selbst ein Sohn dieses Landes. Österreich ist meine Heimat, und ich weiß es aus den Kreisen meiner eigenen Verwandten, welche Drangsal und welches Leid der nationaldenkende überwältigende Teil dieses Volkes zu erdulden hat!
Ich habe ihn darauf aufmerksam gemacht, daß es für eine Großmacht unmöglich ist, ich darf wohl sagen, als einzigen Staat in der ganzen Welt, zu dulden, daß Angehörige des gleichen Blutes, der gleichen Herkunft und einer ewigen gemeinsamen geschichtlichen Vergangenheit ein- fach dessentwegen verfolgt, mißhandelt und ent- rechtet werden. Ich habe weiterhin Herrn Schusch- nigg davon unterrichtet, daß wir, falls nicht für alle Deutschen in Österreich die gleichen Rechte vor dem Gesetze hergestellt werden, eines Tages gezwungen sein würden, den Schutz dieser von allen verlassenen Volksgenossen zu übernehmen.
Die Forderungen, die ich stellte, waren mehr als maßB- wolle. Denn nach allen Grundsätzen der Vernunft, des Rechtes, der Billigkeit, ja, sogar nach den Grundsätzen einer demokratischen Formalistik hätte Herr Schusch- nigg mit seinem Kabinett zurücktreten müssen, um einer Regierung Platz zu machen, die wirklich vom Ver- trauen eines Volkes getragen ist. Ich habe dies nicht werlangt. Ich begnügte mich mit einer Reihe von Zu- sicherungen, daß in Zukunft auf dem Boden der nun einmal, wenn auch zu Unrecht zustande gekommenen, aber augenblicklich bestehenden österreichischen Ge- setze, alle Einwohner dieses Landes gleich behandelt, gleich bevorzugt oder gleich benachteiligt sein sollen,
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