fühle mich verantwortlich dafür, nicht eine mittel- europäische Lage entstehen zu lassen, die vielleicht gerade aus Gründen unserer Freundschaft mit Italien eines Tages zu einer schweren Belastung führen könnte. Diese Neuorientierung der österreichischen Staats- führung entspricht aber in Keiner Weise dem wahren Wunsch und Willen des österreichischen Volkes.]
Seit Jahren werden die deutschen Österreicher von einem Regime, das keinerlei gesetzliche Grundlage besitzt, vergewaltigt und mißhandelt. Das Leid unzäh- liger gequälier Menschen ist ein grenzenloses.
Allein Deutschland besitzt zur Zeit über 40-000 Flücht- linge, die ihre Heimat verlassen mußten, obwohl die überwältigende Mehrheit der Bewohner Österreichs voll- kommen auf ihrem weltanschaulichen und politischen Boden steht.
Ich kabe mich, um die allmählich unerträglich wer- dende Spannung zu beseitigen, entschlossen, in einem letzten Versuch mit Herrn Schuschnigg eine Abmachung zu treffen im Sinne der endlichen Herstellung der voll- kommenen Gleichheit vor dem Gesetz.
Ich habe Herrn Schuschnigg auf das Ernsteste darauf aufmerksam gemacht anläßlich unserer Unterredung in Berchtesgaden, daß Deutschland nicht gewillt sei, sich
[1. an seiner Grenze eine feindliche militärische Macht entwickeln zu lassen, um so mehr, als diese Absichten im großen Widerspruch stehen zum wahren Willen des österreichischen Volkes]
[2.] Ich habe Herrn Schuschnigg aufmerksam ge- macht darauf, daß ‚Deutschland auch nicht mehr auf die Dauer zusehen kann, wie in Österreich von
Die eingeklammerten Stellen[...] sind im Entwurf durch- gestrichen.
109


